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Vatikan : Die Feinde des Papstes

  • -Aktualisiert am

Papst Franziskus Bild: dpa

Im Vatikan gibt es Kräfte, die gegen den Reformeifer des Papstes kämpfen. Um den Ausgang der Familiensynode zu sabotieren, verbreiten sie Lügen über Franziskus.

          Die Meldung, der Papst habe sich im Januar wegen eines gutartigen Tumors im Gehirn mit einem japanischen Spezialisten getroffen, kommt nicht zufällig zum Ende der Familiensynode, bei der die Kirche um eine neue Pastoral ringt, sagen Bischöfe wie Ex-Kurienkardinal Walter Kasper in Rom. An der Nachricht der Mediengruppe „Quotidiano Nazionale“, auf deren Wahrheitsgehalt nur ihr Chef Andrea Cangini besteht, ist offensichtlich nichts dran; denn der Arzt selber und die betreffende Klinik wissen davon nichts.

          Die Hubschrauberfirma, mit der der Japaner in den Vatikan geflogen sei, sagt, man sei da nie gelandet; und natürlich dementiert besonders vehement Vatikansprecher Federico Lombardi: „Die Verbreitung völlig unbegründeter Nachrichten über die Gesundheit des Heiligen Vaters durch ein italienisches Presseorgan ist höchst verantwortungslos und nicht der Aufmerksamkeit wert". Aber es bleibt etwas haften: Papst Franziskus ist womöglich angeschlagen und seine Autorität darum geschwächt, lautet die subtile Botschaft, die die konservativen Gegner des ihnen aus der Hand gleitenden Papstes in den Köpfen der Gläubigen säen.

          Papst Franziskus und ein Kardinal beim Verlassen der Familiensynode im Vatikan

          Die offenbar gezielt platzierte Mär vom Tumor bei einem Mann, der ein halbes Jahr nach dem Befund weiter gesund ist, ist nur der jüngste Querschlag gegen sein Pontifikat. Vor drei Wochen, nur Stunden vor Beginn der Synode zur Familienpastoral hatte der polnische Monsignore Krzystof Charamza aus der Glaubenskongregation die Presse zusammengerufen, um ihr mitzuteilen, was die Spatzen von den Dächern pfiffen: Er sei schwul und lebe seit Jahren mit einem Mann zusammen.

          Eine bestimme Agenda ist spürbar

          Der Priester, der sich bei seiner Weihe zum keuschen Lebensstil verpflichtet hatte, hätte diesen Schritt in die Öffentlichkeit vor Jahren tun und damals schon über das schwule Netz der Priester im Vatikan berichten können. Charamza arbeitete bereits unter Benedikt XVI. für die Kurie; doch er tat das erst jetzt unter Franziskus und vor der Familiensynode. Das wurde von vielen als Provokation aufgefasst, als Versuch, „es uns Synodenvätern unmöglich zu machen, sachlich über die Pastoral für Homosexuelle und ihre Partnerschaften zu reden“, wie es damals hieß.

          Schon im Vorfeld der Synode bombardierten die Beharrer auf der reinen Lehre wie der schwarzafrikanische Kardinal Robert Sarah oder der frühere Chef der italienischen Bischofskonferenz Camillo Ruini die Öffentlichkeit mit ihren Aufsätzen und Radiointerviews über das Martyrium und die Heiligkeit des Sakraments der unauflösbaren Ehe. Dann folgte zum Synodenauftakt der bisher unveröffentlichte Brief von 13 Kardinälen an den Papst, die behaupteten, bei der außerordentliche Familiensynode 2014 sei eine „bestimmte Ideologie oder Agenda spürbar“ gewesen, und nun müsse er alles daran setzen, dass dies nicht wieder geschehe.

          Das neue Vatileaks

          So muss es sinngemäß im Brief gestanden haben, folgt man der Formulierung des Erzbischofs von Durban Wilfried Napier dieser Tage. Napier gehörte zu den Unterzeichnern, so wie der Chef der Glaubenskongregation Gerhard Ludwig Müller. Der spricht von einem „neuen Vatileaks“. Es sei ein „Skandal, dass die private Korrespondenz des Papstes veröffentlicht wird."

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