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Vatikan : Die Feinde des Papstes

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Medienberichte, nach denen es eine vatikaninterne Opposition gegen den Papst und seine Reformvorhaben gebe, seien "beleidigend und kriminell". Doch genau dieser Eindruck wird von römischen Vatikanbeobachtern wie zum Beispiel Sandro Magister im L`Espresso geschürt, der gerne den 2014 verstorbenen Franziskus-Gegner und Freund des überlieferten Ritus, den Publizisten Mario Palmaro mit dessen Artikelüberschrift zitiert „Dieser Papst gefällt uns nicht.“

Nach Nello Scavo, der für die katholische Familien-Zeitschrift „Avvenire“ schreibt, gibt es ein Bündnis zwischen papstkritischen „Vatikanista“ in der Presse und jenen gleichgesonnenen Bischöfen und Prälaten in der Kurie: Diese Geistlichen versorgen ihre Vertrauten in den Medien mit besten Informationen. Zugleich nutzen sie die Journalisten als Sprachrohre ihrer Kritik. Die Geistlichen bleiben so ungenannt, aber ihre Kritik erreicht das Publikum.

Franziskus Feinde

In seinem neuen Buch über „Die Feinde von Franziskus“, die den „Papst diskreditieren wollen“, findet Scavo diese Gegner in aller Welt, bei konservativen Republikanern in den Vereinigten Staaten genauso wie bei den islamistischen Terroristen, in bestimmten Finanzkreisen in Italien und bei der Mafia, die gerne und wie einst im Vatikan ihr Geld waschen würden.

Zu den Feinden gehören nach Scavo aber auch der emeritierte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und Kardinal Raymond Leo Burke, dem der Papst Ende 2013 die Kongregation für Heiligsprechungsprozesse entzog und zum machtlosen Kardinalpatron des Malteserordens ernannte. Beide Kardinäle leben im Vatikan, sind bestens vernetzt und daher gute Quellen für die Presse. Beide aber habe auch ihre Agenda: Sie wollen ihre Kirche vor jeder Reform bewahren und haben Franziskus auch schon offen kritisiert.

Das Schweigen des Papstes

Unter Benedikt XVI. brach 2012 der Skandal „Vatileaks“ auf, nachdem über Jahre hinweg der Kammerdiener des Papstes Paolo Gabriele Unterlagen von dessen Schreibtisch zur Veröffentlichung an die Presse weitergegeben hatte. Dabei kam bis auf einige Details über den Kampf jenes Papstes gegen die Korruption einiger Kurialer nicht viel ans Licht.

„Vatileaks“ nahm keinen Einfluss auf das päpstliche Lehramt; jetzt aber geht es den Kritikern genau darum. Die Papstzeitung L‘Osservatore Romano schreibt, dass gerade jetzt die Presse über den vermeintlichen Tumor des Papstes berichte, „zeigt die Absicht, diese Synode zu manipulieren“. Auch der emeritierte Kurienkardinal Walter Kasper spricht von einer gezielten „Störaktion, ähnlich wie die des polnischen Priesters.“

Da gebe es Personen, die warteten nervös auf den Ausgang dieser Synode, sagt Kasper. „Dass einigen dieser Papst nicht gefällt, erscheint mir offensichtlich.“ Aber der Papst sei „in guter Form“, und wir werden uns in der Synode „nicht manipulieren“ lassen, sagt Kasper. Der Papst schweigt bisher An diesem Samstag wird er den heiß umkämpften Abschlusstext der Synode in Empfang nehmen. 

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