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Papst-Äußerungen : Merkel arrabbiata

Was Merkels Anruf beim Papst (wenn es ihn gab) gefruchtet hat, könnte Franziskus uns auch noch wissen lassen. Und gleich dazu, warum Putin von ihm in Sachen Syrien und Ukraine keine wütenden Worte fürchten muss.

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          Im Februar 2009 griff die Bundeskanzlerin nicht zum Telefon. Per Fernsehen richtete Frau Merkel Papst Benedikt XVI. aus, er möge den Eindruck aus der Welt schaffen, dass mit der Aufhebung der Kirchenstrafe gegen den schismatischen Lefebvre-Bischof Williamson die Rehabilitation des Holocaust-Leugners Williamson verbunden sei. Ein wenig „arrabbiata“ sei Frau Merkel auch im vorvergangenen November gewesen, plauderte Papst Franziskus jetzt aus. Damals hatte er per Fernsehen von Straßburg aus das heutige Europa wissen lassen, es sei wie eine „unfruchtbare Großmutter“.

          Merkel, so will der Papst wissen, griff daraufhin zum Telefon, um ihn eines Besseren zu belehren. Was dieser Anruf gefruchtet hat (wenn es ihn gab), könnte Franziskus im Mai wissen lassen, wenn er sich für die Verleihung des Internationalen Karlspreises bedanken wird. Dann könnte er erklären, wie einig sich Putin und er über die fatale Rolle des Westens in den Konflikten in der arabischen Welt sind. Und warum Putin von ihm anders als von Frau Merkel in Sachen Syrien und Ukraine keine wütenden Worte fürchten muss.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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