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Früherer Diktator heimgekehrt : Für Noriega ist nichts mehr schön in Panama

  • Aktualisiert am

Noriega kehrt mit 77 Jahren nach Panama zurück Bild: Reuters

Nach 20 Jahren in amerikanischen und französischen Gefängnissen ist der einstige Machthaber Noriega nach Panama zurückgekehrt. Auch in seiner Heimat erwartet ihn Haft.

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          Nach mehr als 20 Jahren ist Panamas früherer Diktator Manuel Noriega nach seiner Auslieferung durch Frankreich in seine Heimat zurückgekehrt, um dort eine neue Haftstrafe anzutreten. Der 77-Jährige kam am Sonntagabend (Ortszeit) mit einem Linienflug der spanischen Fluggesellschaft Iberia am Flughafen Tocumen in Panama-Stadt an. Nach Angaben des Fernsehsenders Telemetro zeigte sich Noriega beim Landeanflug erstaunt über die Veränderungen der Hauptstadt Panamas seit seiner Auslieferung in die Vereinigten Staaten.

          Noriega wurde gleich nach seiner Ankunft unter starker Bewachung per Hubschrauber ins Gefängnis überstellt. Der ehemalige Machthaber Panamas soll in der Haftanstalt „El Renacer“ (Die Wiedergeburt) die Strafen absitzen, die gegen ihn in Abwesenheit in Panama verhängt worden sind. Das Gefängnis war Teil der amerikanischen Einrichtungen in der Kanal-Zone, die am 1. Januar 2000 an Panama abgegeben wurden.

          Erst war der einstige General der Verbündete Washingtons, dann saß er in Amerika im Gefängnis - Bild von 1998
          Erst war der einstige General der Verbündete Washingtons, dann saß er in Amerika im Gefängnis - Bild von 1998 : Bild: AFP

          Auf Bitten Panamas hatte der Pariser Berufungsgerichtshof Ende November Noriegas Überstellung an die Justizbehörden in seiner Heimat zugestimmt. Panamas Präsident Ricardo Martinelli erklärte am Sonntag einem lokalen Fernsehsender, Noriega werde keine Privilegien im Gefängnis genießen.

          Der wegen seiner Pockennarben „Ananasgesicht“ genannte frühere Diktator war in Frankreich im vergangenen Jahr wegen Geldwäsche zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der frühere General in den 1980er Jahren Drogengelder nach Frankreich schleuste und in teure Immobilien investierte. Der von einem Schlaganfall geschwächte Noriega selbst beteuerte in dem Prozess stets seine Unschuld.

          Erst im April 2010 war er von den Vereinigten Staaten an Frankreich überstellt worden. Dort hatte er bereits rund 20 Jahre im Gefängnis gesessen - unter anderem wegen Rauschgifthandels. Noriega war 1989 während der amerikanischen Invasion in Panama festgenommen, nach Amerika gebracht und vor Gericht gestellt worden. In Panama war Noriega in den 90er Jahren in Abwesenheit wegen der Ermordung von Oppositionellen zu mehreren langjährigen Haftstrafen verurteilt worden, die auf 25 Jahre Gefängnis vereinheitlicht werden könnten.

          In dieser Zelle soll Noriega seinen Lebensabend verbringen
          In dieser Zelle soll Noriega seinen Lebensabend verbringen : Bild: REUTERS

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