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Palästinenser : Hamas und Fatah einigen sich auf Waffenruhe

  • Aktualisiert am

Die Bewaffneten sollen von den Straßen verschwinden Bild: dpa

Die rivalisierenden palästinensischen Gruppen Hamas und Fatah wollen sich um ein Ende ihrer Kämpfe bemühen. Das verkündete Ministerpräsident Hanija von Hamas nach einem Krisentreffen mit Präsident Abbas.

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          Nach der abermaligen Eskalation der Gewalt zwischen Fatah und Hamas im Gazastreifen wollen sich die rivalisierenden palästinensischen Gruppen um ein Ende der Kämpfe bemühen. Der Fatah-Vorsitzende, Präsident Mahmud Abbas, und Ministerpräsident Ismail Hanija von Hamas vereinbarten bei einer Krisensitzung in der Nacht zum Freitag eine Waffenruhe. „Wir werden unsere bewaffneten Einheiten von der Straße zurückziehen“, sagte Hanija.

          Polizeikräfte sollten patrouillieren, um die Sicherheit zu garantieren und um für Ordnung zu sorgen. Der Dialog zwischen den zwei Lagern solle fortgesetzt werden. Von Abbas gab es zunächst keine Stellungnahme. Beide Politiker hätten vereinbart, zu Verhandlungen für eine Regierungsbildung zurückzukehren, sagte Hanija.

          Tote bei innerpalästinensischen Gefechten

          Zuvor hatten Aktivisten der Hamas einen der Fatah nahe stehenden Sicherheitsoffizier und sechs seiner Leibwächter im nördlichen Gazastreifen getötet. Sie griffen das Haus von Oberst Mohammed Ghajeb in Beit Lahija mit Raketen und Sturmgewehren an. Die Gefechte dauerten mehrere Stunden. Auch ein Kämpfer der Hamas kam dabei ums Leben, etwa drei Dutzend Menschen wurden verletzt. Die radikalislamische Hamas und die gemäßigte Fatah liefern sich seit Wochen blutige Kämpfe. Waffenstillstandsvereinbarungen wurden immer wieder gebrochen.

          Ministerpräsident Hanija (l.) und Präsident Abbas

          Im Westjordanland attackierten Anhänger der Fatah am Donnerstag abend an mehreren Orten Büros und Fahrzeuge der Hamas. Zuvor waren bei einer israelischen Razzia in Ramallah vier Palästinenser getötet und etwa 20 weitere verletzt worden. Die Gewalt überschattete auch das Gipfeltreffen zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert und dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak im Badeort Scharm al Scheich.

          Israelischer Verteidigungsminister unter Druck

          Der israelische Kabinettsminister Benjamin Ben-Elieser kritisierte den Zeitpunkt der Militäraktion. Sie hätte nicht vor einem strategisch so wichtigen Treffen stattfinden dürfen, sagte er am Freitag im israelischen Rundfunk. Sicherheitsbeamte wiesen darauf hin, es habe sich um eine Routine-Razzia gehandelt, die nicht vom Verteidigungsministerium genehmigt werden müsse. Deshalb sei die Regierung nicht vorab informiert gewesen.

          Verteidigungsminister Amir Peretz soll nach israelischen Medienberichten in Kürze abgelöst werden. Olmert werde ihn ersuchen, zurückzutreten und ein anderes Ministeramt zu übernehmen, hieß es unter Berufung auf das Büro des Ministerpräsidenten. Dieses wies die Berichte jedoch zurück. Kritiker bemängelten von Anfang an, Peretz komme nicht aus den Streitkräften. Unzufriedenheit mit seiner Amtsführung wurde nach dem Libanon-Krieg gegen die Hizbullah im vergangenen Sommer immer deutlicher geäußert.

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