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Pakistan : Einen Tag nach Moschee-Anschlag Priester erschossen

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Nur einen Tag nach dem blutigen Anschlag auf eine Moschee ist am Samstag in Pakistan ein Priester erschossen worden. Präsident Musharraf hält eine Beteiligung ausländischer Terroristen an dem Anschlag für möglich.

          Nur einen Tag nach dem blutigen Anschlag auf eine Moschee ist am Samstag in Pakistan ein Priester erschossen worden. Sechs Attentäter hätten vor der katholischen Kirche in der zentralpakistanischen Provinz Punjab das Feuer auf den Mann eröffnet, sagten Augenzeugen. Der Priester sei sofort tot gewesen. Die Attentäter seien unerkannt entkommen. Am Freitag waren bei einem Terroranschlag auf eine schiitische Moschee in Quetta (Belutschistan) bis zu 60 Menschen getötet und 60 verletzt worden. Rettungskräfte und private Medien sprachen von 55 bis 60 Todesopfern, staatliche Stellen bestätigten inzwischen den Tod von 44 Menschen.

          Unter den Toten des Anschlags auf die Moschee in Quetta sollen auch die drei Attentäter sein. Zwei der Angreifer hätten sich mit den an ihren Körpern befestigten Bomben selbst getötet, erklärte die Regierung der Provinz Belutschistan am Samstag. Der dritte Angreifer sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, teilte ein Angehöriger des Innenministeriums mit.

          Die nach dem Anschlag in Quetta verhängte Ausgangssperre wurde am Samstag für fünf Stunden aufgehoben, um die Beerdigung von Opfern zu ermöglichen. Truppen bewachten den Friedhof. In den Straßen patrouillierten paramilitärische Einheiten und Polizisten.

          Ausländische Terroristen könnten beteiligt sein

          Pakistans Präsident Pervez Musharraf hält derweil eine Beteiligung ausländischer Terroristen an dem blutigen Anschlag auf eine schiitische Moschee in der Stadt Quetta für möglich. „Tatsächlich können wir eine ausländische Beteiligung nicht ausschließen“, sagte Musharraf am Samstag vor Journalisten in Islamabad. Er betonte aber, zunächst müsse der Anschlag vom Freitag eingehend untersucht werden, bevor Klarheit über die Hintergründe herrschen könne.

          Musharraf war gefragt worden, ob der Terrorangriff mit bis zu 47 Toten mit Militäroperationen Pakistans gegen Überreste afghanischer Taliban zusammenhängen könnte. In Pakistan hat es allerdings auch wiederholt blutige Zusammenstöße zwischen Sunniten und der schiitischen Minderheit gegeben. Dabei waren bereits mehrfach Gotteshäuser das Ziel von Angriffen.

          Unruhen nach dem Anschlag

          Der Anschlag war am Freitagabend auf eine hauptsächlich von Schiiten besuchte Moschee in Quetta verübt worden. Anschließend hatten in der Stadt Unruhen begonnen. Es war bereits der zweite Angriff auf die schiitische Bevölkerung in Quetta binnen eines Monats.

          Unter den 1,5 Millionen Einwohnern bilden die Schiiten der Hasara-Volksgruppe eine Minderheit. Etwa zehn Prozent der 140 Millionen Pakistaner zählen zur schiitischen Richtung des Islam, fast 90 Prozent zur sunnitischen. Bei Zusammenstößen zwischen den beiden Gruppen in Pakistan sind seit Ende der 80er Jahre mehrere tausend Menschen getötet worden.

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