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Pakistan : Blutbad in schiitischer Moschee

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Ein Anschlag auf eine voll besetzte Moschee in Pakistan hat am Freitag mindestens 44 Menschen das Leben gekostet und die Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten weiter verschärft.

          Bei einem Anschlag auf eine schiitische Moschee im Südwesten Pakistans sind am Freitag mindestens 44 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Die Zahl der Verletzten wurde mit mindestens 65 angegeben. Behörden und Regierungsvertreter hatten zunächst von 32 Toten berichtet, aber hinzu gefügt, die Zahl könne steigen. Unbekannte Angreifer schleuderten Polizeiangaben zufolge in der Stadt Quetta nach dem Freitagsgebet Granaten auf die Gläubigen und feuerten danach wahllos in die Menge. Dutzende Menschen wurden dabei verletzt.

          Laut Polizei waren vermutlich zwei Männer für den Anschlag verantwortlich. Einer von ihnen sei am Kopf verwundet worden und später gestorben, sein Komplize sei festgenommen worden, hieß es. Über den Hintergrund des Anschlags war zunächst nichts bekannt. Die Täter werden in Kreisen radikaler sunnitischen Gruppen vermutet.Seit Ende der 80er Jahre sind in Pakisten mehrere tausend Menschen bei Kämpfen zwischen schiitischen und sunnitischen Moslems getötet worden.

          Unruhen nach Angriff

          Nach Darstellung von Journalisten in Quetta sind die Opfer vom Volksstamm der Hasara, die der Minderheit der schiitischen Muslims in Pakistan angehören. Nach dem Anschlag hätten aufgebrachte Hasara in der Stadt randaliert und in die Luft geschossen, berichteten Journalisten. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre.

          Musharraf: „Behörden werden entschlossen durchgreifen”

          In Quetta waren erst vor knapp einem Monat bei einem Anschlag auf ein Polizeifahrzeug zwölf Polizeischüler getötet und neun verletzt worden. Die Opfer waren ebenfalls Hasara. Für diesen Vorfall wurden sunnitische Extremisten verantwortlich gemacht. In Pakistan kommt es immer wieder zu tödlichen Zusammenstößen zwischen Sunniten und Schiiten.

          Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf kündigte ein „sehr starkes“ Vorgehen seines Landes gegen die extremistischen Täter an. Die Behörden würden „mit Macht und Entschlossenheit“ eingreifen, sagte Musharraf zum Ende seiner Europa-Reise in Paris.

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