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Päpstliche Enzyklika : Klare Absage an gemeinsames Abendmahl

  • Aktualisiert am

Warnt den Kirchentag: Papst Johannes Paul II. Bild: AP

Wenige Wochen vor dem ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin hat Papst Johannes Paul II. ein gemeinsames Abendmahl von Katholiken und Protestanten abgelehnt.

          Papst Johannes Paul II. unterzeichend am Gründonnerstag die neue Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“ (Die Kirche lebt von der Eucharistie). Das Schreiben erteilt wenige Wochen vor dem ersten Ökumenischen Kirchentag dem Wunsch vieler Gläubiger nach einem gemeinsamen Abendmahl von Protestanten und Katholiken eine klare Absage. Katholiken dürften nicht am Abendmahl in evangelischen Kirchen teilnehmen.

          Eine für Eucharistiefeier für alle Christen ohne eine völlige Kirchengemeinschaft sei ein Hindernis in der Ökumene, führt der Papst in der Enzyklika zur Eucharistie aus. Die Abendmahlsgemeinschaft stehe am Ende, nicht am Anfang des Weges zur Einheit.

          Geteiltes Echo

          In der 14. Enzyklika kritisierte der fast 83-Jährige Papst gemeinsame Abendmahlfeiern aller Christen, wie sie etwa beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin geplant sind. Der Papst mahnt „Gehorsam“ an und erinnert die Katholiken an das Verbot der Teilnahme an einem Abendmahl der evangelischen Kirche. Aus römischer Sicht wird das Sakrament in der evangelischen Kirche nicht „gültig“ gespendet. Dies können laut Vatikan dagegen in römisch-katholischer Tradition geweihte Priester.

          Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken begrüßte die Enzyklika als ermutigendes Dokument begrüßt. Der Papst bekenne sich klar zum eingeschlagenen Weg der Ökumene, sagte der Präsident der katholischen Laienvertretung, Hans Joachim Meyer, am Donnerstag in Bonn.

          Kirchenkritische Organisationen werteten das Dokument indes als Rückschritt und neuen Tiefstand in der Ökumene. Die „Initiative Kirche von unten“ und die katholische Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ betonten in Bonn, sie hielten an den beim Ökumenischen Kirchentag geplanten ökumenischen Gottesdiensten mit wechselseitiger Gastfreundschaft beim Abendmahl fest.

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