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Ostchinesisches Meer : Japan will 280 Inseln in Staatsbesitz nehmen

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Eine Insel muss irgendwo sein: Forschungsballon im Ostchinesischen Meer Bild: REUTERS

Im Ostchinesischen Meer liegen zahllose winzige Inseln. Jene ohne erkennbaren Besitzer würden als Nationalgut deklariert, heißt es nun in Tokio. Eine Provokation gegen China.

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          Mitten im Inselstreit mit China und Südkorea will Japan 280 abgelegene Eilande in seinem Seegebiet zu Staatsbesitz erklären. Zunächst solle ihr Status überprüft werden, sagte ein Vertreter der zuständigen Behörde in Tokio, der namentlich nicht genannt werden wollte. Jene ohne erkennbaren Besitzer würden dann als Nationalgut deklariert.

          Die genaue Lage der Inseln werde erst in der nun beginnenden Studie bestimmt, sie lägen aber alle innerhalb des japanischen Hoheitsgebiets. Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums sagte am Donnerstag, China verfolge die Entwicklung sehr genau. Japan müsse sich an das Völkerrecht halten und dürfe nicht die Interessen anderer Länder oder der Weltgemeinschaft verletzen.

          Die aktuelle Inselzählung setzt den Angaben des japanischen Behördenvertreters zufolge ein vor fünf Jahren begonnenes Programm fort, in dessen Rahmen bereits knapp 100 Inseln verstaatlicht worden seien. Die Regierung in Tokio unterstreicht mit dem Schritt ihren Anspruch auf Besitz von Küstengebieten, was den schwelenden Inselstreit mit China und Südkorea weiter anheizen könnte.

          Der Disput mit China hatte sich zugespitzt, als die Regierung in Peking im November eine Luftverteidigungszone um eine umstrittene Inselgruppe ausrief. Diese ist in China als Diaoyu und in Japan als Senkaku bekannt. Mit Südkorea streitet Japan um eine Insel, die die Koreaner Ieodo nennen und die Chinesen Suyan-Felsen. Dort werden Bodenschätze vermutet.

          China klagt gegen Abes UN-Besuch

          Ende des Jahres löste der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe mit seinem Besuch in der umstrittenen Gedenkstätte Yasukuni zusätzlich Verärgerung in Südkorea und vor allem in China aus. Abe war der erste Regierungschef seit sieben Jahren, der den symbolträchtigen Ort zu Ehren japanischer Kriegstoter besuchte. In dem Schrein werden auch verurteilte Kriegverbrecher geehrt. Sowohl Koreaner als auch Chinesen litten Jahrzehnte unter Japans Besatzungsherrschaft. Der Streit über den Schrein beschäftigt nun auch die Vereinten Nationen (UN): China forderte die UN am Mittwoch auf, Abes Motive zu hinterfragen und ihn zu verwarnen. Japan betonte kurz darauf, Abe habe nur den Toten Respekt zollen und Japans Friedfertigkeit unterstreichen wollen. Er habe keine Kriegsverbrecher ehren wollen.

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