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Der geheime Scholz : Vom Sparminister zum Milliardenmäzen

Ein eher seltenes Bild: Ein Olaf Scholz, der verschmitzt lächelt. Bild: EPA

Sozialdemokraten staunen über die Wandlung ihres Finanzministers vom Kassenwart zum Füllhornträger. Macht Olaf Scholz das nur, weil er Kanzlerkandidat der SPD werden will?

          7 Min.

          Olaf Scholz ist am 15. Mai in den Tagesthemen sehr kühl geblieben, geradezu cool. Seit Wochen schon schickte er immer neue Multimilliardenzahlen gegen die Corona-Rezession in die Arena und Ingo Zamperoni, der Moderator, fragte im Ton ungläubigen Staunens, ob das nicht ein wenig paradox sei: Da hat der Finanzminister von Tag zu Tag weniger Einnahmen – und er will trotzdem immer mehr ausgeben?

          Konrad Schuller

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Scholz zuckt selten, und auch diesmal ruckte sein Kopf nur ein klein wenig nach rechts. Er lächelt auch nicht oft. Wenn er Komiker wäre, dann Buster Keaton, und auch in diesem Augenblick bewahrte seine Miene perfekte Ausdruckslosigkeit. Er sagte einen Einwortsatz: „Genau.“ Tatsächlich, das wolle er: Weniger einnehmen und mehr ausgeben. Wer wollte, konnte in der betont beiläufigen Intonierung dieses „Genau“ so etwas mithören, wie: Was bitte soll daran seltsam sein, dass man Geld ausgibt, das man nicht hat? Oder: Hab ich das nicht schon immer gesagt?

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