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Offensive in Nordsyrien : Deutschlands mittelbarer Beitrag

Ein türkischer Panzer vom Typ Leopard 2A4 in Hatay, in der Nähe der syrischen Grenze Bild: dpa

Die türkischen Streitkräfte können für ihre Operation in Nordsyrien auf deutsche Panzer setzen. Zwar wurden einige Rüstungslieferungen seit dem gescheiterten Militärputsch nicht mehr genehmigt. Bestehende Verträge aber werden erfüllt.

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          Deutschland ist an der türkischen Offensive in Nordsyrien nicht beteiligt, spielt dabei aber eine Rolle. Seit langem sind deutsche Unternehmen bedeutende Ausrüster der türkischen Armee. Deren Panzertruppen verfügen laut den jüngsten Zahlen des Londoner Internationalen Instituts für Strategische Studien über 370 deutsche Kampfpanzer Leopard 2A4 sowie mehrere hundert ältere Kampfpanzer Leopard A1 in unterschiedlichen Versionen. Zusammen mit amerikanischen Fabrikaten stellen die deutschen Panzer damit das Rückgrat der türkischen Panzerkräfte. Das zeigte sich bereits bei vorangegangenen Einsätzen gegen die Kurden, in denen der Leopard 2A4 offenbar bereits zum Einsatz kam.

          Zwar wurden einige Rüstungslieferungen seit dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei vor drei Jahren nicht mehr genehmigt. Bestehende Verträge aber werden erfüllt. Noch im ersten Quartal dieses Jahres lieferten deutsche Unternehmen nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums Gerät im Wert von 184,1 Millionen Euro, schwerpunktmäßig für die Seestreitkräfte. Damit ist die Türkei für die deutsche Rüstungswirtschaft derzeit weiterhin das wichtigste Ausfuhrland innerhalb der Nato.

          In Berlin verlangten die Oppositionsparteien am Donnerstag härtere Sanktionen gegen Ankara. Die Linke-Abgeordnete Sevim Dagdelen äußerte, es müsse sofort ein Waffenembargo gegen die Türkei verhängt werden. Die frühere Vorsitzende der Grünen Claudia Roth sagte, man müsse die Nato-Mitgliedschaft der Türkei in Frage stellen.

          Die Nato-Mitgliedschaft ist zwar letztlich der Grund dafür, dass Ankara überhaupt deutsches Kriegsgerät in Nordsyrien einsetzen kann. Aber sie verhilft den türkischen Streitkräften nicht dazu, auf die Erkenntnisse zuzugreifen, welche die Bundeswehr als Teil der internationalen Operation „Inherent Resolve“ im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ gewinnt. Daran ist die Luftwaffe derzeit mit einem Tankflugzeug und vier Aufklärungsflugzeugen des Typs Tornado von der jordanischen Luftwaffenbasis Al Asraq aus beteiligt.

          Ergebnisse der Luftaufklärung werden den Partnern der Operation, zu denen die Türkei zählt, zwar zugänglich gemacht. Laut Auskunft des Verteidigungsministeriums wacht die Bundeswehr jedoch sehr genau darüber, dass keine kurdischen Kämpfer auf den geteilten Aufnahmen zu sehen sind. Das Risiko, hieß es, sei aber ohnehin gering, da der Schwerpunkt der Flüge in anderen Regionen Syriens und des Iraks liege. Damit ist de facto zugleich ausgeschlossen, dass es zu ungewollten Zwischenfällen zwischen deutschen und türkischen Kampfflugzeugen kommen kann. Angewiesen sind die Türken auf die deutschen Aufnahmen freilich nicht. Ihre eigenen Aufklärungsfähigkeiten in Nordsyrien gelten als sehr gut.

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