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Österreich : Wahl ohne Mitte

  • -Aktualisiert am

Österreich wählt einen Bundespräsidenten – und die Parteien der Mitte begnügen sich damit, als Zaungäste dabei zu sein.

          Es ist übertrieben, dass vor jeder größeren Abstimmung in Europa nunmehr der Weltuntergang an die Wand gemalt wird. Wenn an diesem Wochenende in Österreich ein FPÖ-Kandidat zum Bundespräsidenten gewählt würde und in Italien eine (durchaus sinnvolle) Verfassungsreform scheitern sollte, dann bliebe das natürlich nicht ohne Folgen.

          Aber gerade in diesen beiden Fällen wäre nicht ein sofortiger Zusammenbruch der europäischen Zivilisation oder auch nur der EU oder des Euros zu befürchten. Es mag den Leuten, die man früher überzeugte Europäer nannte, schwerfallen, es zu akzeptieren, aber die Entwicklung geht im Augenblick hin zu populistischen und nationalistischen Politikangeboten.

          Das hat viele unangenehme Begleiterscheinungen, abzulesen nicht zuletzt an der würdelosen Form der öffentlichen Auseinandersetzung, die von diesen Kreisen gepflegt wird. Trotzdem sind es vor allem die Parteien der Mitte, die sich fragen müssen, welche Fehler sie gemacht haben, wenn sie wie in Österreich nur noch Zaungäste einer politischen Richtungswahl sind.
           

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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