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Mittelmeer : 48 Bootsflüchtlinge vor Libyen gerettet

  • Aktualisiert am

Die „Ocean Viking“ vor der italienischen Küste Bild: AFP

Das Rettungsschiff „Ocean Viking“ hat wieder Flüchtlinge von einem in Seenot geratenen Holzboot aufgenommen. Unterdessen streiten Italien und Malta, wer für 90 zuvor gerettete Migranten verantwortlich ist.

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          Die Crew des Rettungsschiffs „Ocean Viking“ hat am Dienstag vor der libyschen Küste 48 Bootsflüchtlinge an Bord genommen. Unter den Geretteten sollen auch Frauen und Babys sein, schreibt die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ auf Twitter. Die Flüchtlinge seien knapp hundert Kilometer nördlich der libyschen Küste aus einem in Seenot geratenen Holzboot gerettet worden. Die „Ocean Viking“ befinde sich weiterhin auf der Suche nach Menschen in Seenot.

          Gemeinsam mit dem europäischen Verein SOS Méditeranée betreibt „Ärzte ohne Grenzen“ das private Rettungsschiff, das seit August auf dem Mittelmeer unterwegs ist. Am Samstag brachte die „Ocean Viking“ in Abstimmung mit Italien 82 gerettete Migranten in Lampedusa an Land. Zuvor hatte das Schiff mit den Geretteten an Bord rund eine Woche nach einem sicheren Hafen gesucht. Die Anlegeerlaubnis wurde als Zeichen einer Änderung der italienischen Flüchtlingspolitik nach dem Antritt der neuen Mitte-Links-Regierung und dem Ausscheiden der rechten Lega gedeutet. Die Organisation hatte daraufhin angekündigt, gleich wieder zu einem Rettungseinsatz auszulaufen.

          Malta und Italien streiten über Einsatz

          Unterdessen streiten Italien und Malta über die Zuständigkeit für etwa 90 Migranten, die Montagnacht gerettet wurden. Nach Mitteilung der Behörden in Rom hatte ein Schiff der italienischen Küstenwache den Einsatz auf Bitten der maltesischen Rettungsleitstelle in deren Zuständigkeitsgebiet ausgeführt; italienische Bitten um eine anschließende Übernahme der Geretteten durch Maltas Marine seien jedoch unbeantwortet geblieben. Das italienische Küstenwachschiff sei nun unterwegs nach Malta.

          Maltesische Medien zitierten einen Militärsprecher mit einer abweichenden Darstellung. Demnach fand die Rettungsaktion zwar unter maltesischer Aufsicht statt; der nächstgelegene sichere Hafen sei jedoch Lampedusa gewesen, weshalb die Geretteten auch dorthin gebracht werden sollten, sagte der Sprecher der Zeitung „Times of Malta“.

          Hintergrund sind laut der Zeitung unterschiedliche Auslegungen des internationalen Seerechts, die regelmäßig zu Kontroversen zwischen Malta und Italien führen. Diese Frage solle auch bei einem EU-Innenministertreffen kommenden Montag in Malta thematisiert werden, hieß es.

          Italiens neue Innenministerin Luciana Lamorgese (parteilos) reist am Mittwoch zu einer Begegnung mit ihrem deutschen Amtskollegen Horst Seehofer (CSU) nach Berlin. Am Donnerstag trifft Lamorgese sich in Rom mit dem spanischen Innenminister Fernando Grande-Marlaska Gomez.

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