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Obama-Rede im Wortlaut : „Der Islam ist ein Teil Amerikas“

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Bild: reuters

In seiner Grundsatzrede an die islamische Welt in Kairo hat der amerikanische Präsident Barack Obama die Muslime in aller Welt zu einem Neuanfang in gegenseitigem Respekt aufgerufen. FAZ.NET dokumentiert wichtige Passagen der vielbeachteten Rede.

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          In seiner Grundsatzrede an die islamische Welt in Kairo hat der amerikanische Präsident Barack Obama die Muslime in aller Welt zu einem Neuanfang in gegenseitigem Respekt aufgerufen. FAZ.NET dokumentiert wichtige Passagen der viel beachteten Rede:

          „As-salaam alaikum. Wir kommen zusammen in einer Zeit großer Spannung zwischen den Vereinigten Staaten und Muslimen auf der ganzen Welt - einer Spannung mit Wurzeln in historischen Kräften, die jenseits jeder Debatte über aktuelle Politik liegen. Das Verhältnis zwischen dem Islam und dem Westen schließt Jahrhunderte der Koexistenz und Kooperation ein, aber auch Konflikte und Religionskriege. In jüngerer Zeit wurde die Spannung von einem Kolonialismus genährt, der vielen Muslimen Rechte und Chancen verwehrte, und von einem Kalten Krieg, in dem zu oft überwiegend muslimische Staaten ohne Rücksicht auf ihre eigenen Ziele wie Stellvertreter behandelt wurden. Außerdem brachte der umfassende Wandel durch Modernisierung und Globalisierung viele Muslime dazu, den Westen als Feind islamischer Traditionen anzusehen.

          Gewalttätige Extremisten haben diese Spannungen in einer kleinen, aber machtvollen muslimischen Minderheit ausgenutzt. Die Anschläge vom 11. September 2001 und die anhaltenden Bemühungen dieser Extremisten, Gewalt gegen Zivilisten zu üben, haben dazu geführt, dass manche in meinem Land den Islam für zwangsläufig feindlich nicht nur gegenüber Amerika und westlichen Ländern halten, sondern auch gegenüber den Menschenrechten. All dies hat weitere Angst und weiteres Misstrauen erzeugt.

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          „Kreislauf von Argwohn und Zwietracht muss enden“

          Solange unser Verhältnis durch unsere Differenzen definiert ist, werden wir denjenigen mehr Macht verleihen, die Hass säen statt Frieden, und die Konflikte fördern statt der Zusammenarbeit, die allen unseren Menschen helfen kann, Gerechtigkeit und Wohlstand zu erreichen. Dieser Kreislauf von Argwohn und Zwietracht muss enden.

          Ich bin hier nach Kairo gekommen, um einen Neuanfang zwischen den Vereinigten Staaten und Muslimen in aller Welt zu versuchen, gegründet auf gemeinsame Interessen und gegenseitigen Respekt, und gegründet auf der Wahrheit, dass sich Amerika und Islam nicht ausschließen und nicht in Konkurrenz zueiannder stehen müssen. Vielmehr überschneiden sich beide und teilen gemeinsame Prinzipien - Prinzipien von Gerechtigkeit und Fortschritt, Toleranz und Menschenwürde.

          Das tue ich in dem Bewusstsein, dass ein solcher Wandel nicht über Nacht geschehen kann. Ich weiß, dass es im Vorhinein viel Aufhebens gemacht wurde um diese Rede. Aber weder kann eine einzelne Rede Jahre des Misstrauens auslöschen, noch kann ich in der Zeit, die ich habe, all die komplizierten Fragen beantworten, die uns an diesen Punkt gebracht haben. Aber ich bin überzeugt, dass wir nur vorankommen können, wenn wir alles offen aussprechen, was uns auf dem Herzen liegt und was zu oft nur hinter verschlossenen Türen gesagt wird. Wir müssen uns dauerhaft bemühen, einander zuzuhören, voneinander zu lernen, einander zu respektieren und eine gemeinsame Grundlage zu finden. Wie uns der Heilige Koran sagt: „Sei dir der Existenz Gottes bewusst und sage die Wahrheit.“...

          Ich habe den Islam auf drei Kontinenten (in Amerika, als Kind in Indonesien und in der kenianischen Heimat des Vaters, Anm. d. Red.) erlebt, bevor ich in die Region gekommen bin, wo er sich zuerst offenbart hat. Diese Erfahrung bringt mich zu der Überzeugung, dass eine Partnerschaft zwischen Amerika und dem Islam darauf gründen muss, was der Islam ist, und nicht darauf, was er nicht ist. Und ich halte es für einen Teil meiner Verantwortung asls Präsident der Vereinigten Staaten, gegen die negativen Vorurteile über den Islam zu kämpfen, wo immer sie auftauchen.

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