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Obama empfängt den Dalai Lama : Beleidigte Chinesen

Die Axt an die chinesisch-amerikanischen Beziehungen hat Obama mit dem Empfang des Dalai Lama nicht gelegt - das ist ein lächerlicher Vorwurf aus China, aus dem mehr Unsicherheit spricht als das Selbstbewusstsein des vermeintlichen Superstars des 21. Jahrhunderts.

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          Der amerikanische Präsident empfängt den Dalai Lama im Weißen Haus, und Peking reagiert so, wie es immer öffentlich reagiert, wenn das geistliche Oberhaupt auf nicht gänzlich unwürdige Weise im Westen empfangen wird: wie von der politischen Tarantel gestochen, aggressiv beleidigt.

          Fragt sich nur, ob die chinesische Führung selbst glaubt, was sie von sich gibt. Fragt sich auch, ob die Forderung, den Dalai Lama nicht zu empfangen, mehr war als nur eine Pflichtübung. Obama hat sich jedenfalls nicht einschüchtern lassen - das wäre noch schöner - und gesagt, was zu sagen war: dass er für den Schutz der Menschenrechte der Tibeter sei und eben nicht für die Unabhängigkeit Tibets.

          Die Axt an die chinesisch-amerikanischen Beziehungen hat er nicht gelegt - das ist ein lächerlicher Vorwurf, aus dem mehr Unsicherheit spricht als das Selbstbewusstsein des vermeintlichen Superstars des 21. Jahrhunderts.

          Wird China, aus Rache, jetzt aufhören, amerikanische Staatsanleihen zu kaufen? Gewiss nicht. Das wiederum ändert nichts daran, dass seine sachliche Kritik am Schuldentohuwabohu in Washington berechtigt ist.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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