https://www.faz.net/-gpf-9hji8
Andreas Ross (anr.)

Klartext-Kommentar : Klare Sprache

  • -Aktualisiert am

Brennende Autos und verbrannte Erde: Nicht nur in Paris ist das Verhältnis zwischen Bürgern und Politikern zerrüttet. Bild: AFP

Ob Brexit, „Gelbwesten“-Proteste oder UN-Migrationspakt: Politiker müssen eine klarere Sprache finden. Und auch die Bürger müssen sich etwas eingestehen.

          Der Brexit, die Proteste französischer „Gelbwesten“ und der Streit über den UN-Migrationspakt haben einen gemeinsamen Nenner: die Zweifel an der Fähigkeit und Neigung der Politiker, vor lauter Globalisierung nationale Interessen zu erkennen und zu verfolgen. Weil das Misstrauen so groß ist, werden die Gesellschaften leichte Beute für digitale Propagandisten, die die Empörung anfachen. So haben Berliner Fachleute ermittelt, dass mehr als jeder vierte Tweet zum Migrationspakt von „Bots“ kam, also nicht von Menschen generiert wurde.

          Paris wiederum prüft einen Bericht amerikanischer Fachleute, wonach Kreml-nahe Twitter-Konten Falschinformationen etwa über vermeintliche Deserteure in der französischen Polizei verbreiten, die sich mit den Gegnern von Präsident Macron solidarisiert hätten. Auch wenn dieses Zündeln zunächst im Internet stattfindet, handelt es sich nicht um ein technisches Problem, das technisch zu lösen wäre. Politiker müssen eine klarere Sprache finden. Und die Bürger müssen sich eingestehen, dass es in einer komplexen Welt Klartext nie ohne Kontext gibt.

          Andreas Ross

          Redakteur in der Politik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Boris Johnson trifft Kanzlerin Merkel Video-Seite öffnen

          Livestream : Boris Johnson trifft Kanzlerin Merkel

          Am Mittwoch wird der neue britische Premierminister Boris Johnson zu seinem ersten Staatsbesuch in Berlin erwartet. Verfolgen Sie das Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Livestream auf FAZ.NET

          Topmeldungen

          Bundesfinanzminister Olaf Scholz

          Nach Vorstoß von Söder : Scholz prüft Verbot von Negativzinsen

          Nach dem Vorstoß aus Bayern will nun der Bundesfinanzminister die rechtliche Grundlage von Strafzinsen überprüfen lassen. Diese seien eine „echte Belastung für private Sparer“. Er fordert die Banken auf, auch ohne Verbot darauf zu verzichten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.