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Klartext-Kommentar : Klare Sprache

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Brennende Autos und verbrannte Erde: Nicht nur in Paris ist das Verhältnis zwischen Bürgern und Politikern zerrüttet. Bild: AFP

Ob Brexit, „Gelbwesten“-Proteste oder UN-Migrationspakt: Politiker müssen eine klarere Sprache finden. Und auch die Bürger müssen sich etwas eingestehen.

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          Der Brexit, die Proteste französischer „Gelbwesten“ und der Streit über den UN-Migrationspakt haben einen gemeinsamen Nenner: die Zweifel an der Fähigkeit und Neigung der Politiker, vor lauter Globalisierung nationale Interessen zu erkennen und zu verfolgen. Weil das Misstrauen so groß ist, werden die Gesellschaften leichte Beute für digitale Propagandisten, die die Empörung anfachen. So haben Berliner Fachleute ermittelt, dass mehr als jeder vierte Tweet zum Migrationspakt von „Bots“ kam, also nicht von Menschen generiert wurde.

          Paris wiederum prüft einen Bericht amerikanischer Fachleute, wonach Kreml-nahe Twitter-Konten Falschinformationen etwa über vermeintliche Deserteure in der französischen Polizei verbreiten, die sich mit den Gegnern von Präsident Macron solidarisiert hätten. Auch wenn dieses Zündeln zunächst im Internet stattfindet, handelt es sich nicht um ein technisches Problem, das technisch zu lösen wäre. Politiker müssen eine klarere Sprache finden. Und die Bürger müssen sich eingestehen, dass es in einer komplexen Welt Klartext nie ohne Kontext gibt.

          Andreas Ross
          Verantwortlicher Redakteur für Nachrichten und Politik Online.

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