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NSU-Rechtsterrorismus : Unvorstellbar

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Bei Deutschlands „Schlapphüten“ darf man sich inzwischen alles vorstellen – nur eben nichts, was dem Schutz der Bundesrepublik und dem der zehn Opfer des NSU diente.

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          Nun ist es amtlich: Auch der Militärische Abschirmdienst besaß Akten über Uwe Mundlos, der 1994/95 als Grundwehrdienstleistender in sein Visier geraten war. Die Unterlagen sind mittlerweile vernichtet, vielleicht weil Mundlos als Informant angeworben werden sollte. Der MAD war mit dem Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz und dem Erfurter Landesamt samt dessen sagenumwobenem Präsidenten Roewer, einem Bonner Exportschlager des Berufsbeamtentums, an der „Operation Rennsteig“ beteiligt.

          Immerhin soll die Zusammenarbeit geklappt haben, indem der MAD Erkenntnisse angeblich weitergab. Über die Qualität lässt sich nur spekulieren, jedenfalls führten sie nicht zu einer zutreffenden Gefahrenanalyse des 1998 Untergetauchten. Die Mitglieder des NSU-Untersuchungsausschusses sind über die nun doch einst vorhandenen, später entsorgten Unterlagen „entsetzt“, halten den Vorgang für „unvorstellbar“. Doch bei Deutschlands „Schlapphüten“ darf man sich alles vorstellen – nur eben nichts, was dem Schutz der Bundesrepublik und dem der zehn Opfer diente.

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