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NSU-Prozess : Beate Zschäpe zeigt ihre Anwälte an

  • Aktualisiert am

Beate Zschäpe mit ihren Anwälten Sturm, Stahl und Heer im Gerichtssaal (Foto vom April 2015) Bild: dpa

Der Streit zwischen Beate Zschäpe und ihren drei bisherigen Pflichtverteidigern spitzt sich weiter zu: Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess hat Anzeige gegen die Anwälte erstattet.

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          Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, hat ihre drei ursprünglichen Pflichtverteidiger angezeigt. Nach den Worten eines Sprechers der Staatsanwaltschaft München I ging die Anzeige am Freitag bei der Behörde ein. Er bestätigte einen entsprechenden Bericht der Onlineausgabe der „Bild“-Zeitung. Der Vorwurf lautet dem Sprecher zufolge auf Verletzung der anwaltlichen Verschwiegenheitspflicht durch die Anwälte Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm.

          Die Anzeige werde nun geprüft, sagte der Sprecher. Wann mit einem Ergebnis zu rechnen sei, sei noch offen. Im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München hatte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl am Montag über Gespräche mit den drei ursprünglichen Zschäpe-Verteidigern berichtet. Nach Angaben ihres neu hinzugezogenen vierten Pflichtverteidigers wusste Zschäpe aber nichts von diesen Gesprächen.

          Der Streit zwischen Zschäpe und ihren drei ursprünglichen Pflichtverteidigern schwelt schon seit Wochen. Im Juni stellte Zschäpe einen Entpflichtungsantrag gegen Sturm, gefolgt von wechselseitigen Stellungnahmen, am Montag folgte der entsprechende Antrag von Seiten der drei Verteidiger. Am Dienstag legte Zschäpe nach und beantragte ihrerseits, Heer abzusetzen.

          Es blieb dann jedoch bei einer neuen Sitzordnung auf der Anklagebank, da der Vorsitzende Richter Manfred Götzl bisher alle Anträge abgelehnt hat. „Zu pauschal“ seien die Begründungen, die in den Anträgen vorgebracht wurden. Für die Anwälte besteht das Problem, dass sie nicht auf die genauen Gründe eingehen können, ohne ihre anwaltliche Schweigepflicht zu verletzen.

          Berichten zufolge war besonders das Schweigen Zschäpes im Prozess ein Streitpunkt. Die drei Verteidiger hatten ihr geraten nicht auszusagen. Auch der neu hinzugekommene vierte Anwalt sagte, das sei die richtige Strategie. Nur einem Gutachter vertraute sich Zschäpe an.

          Zschäpe muss sich seit mehr als zwei Jahren dem Gericht in München für die Verbrechen verantworten, die dem sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrund“ vorgeworfen werden, dazu zählen mehrere Morde an Migranten, einer Polizistin und verschiedene Anschläge.

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