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Chronologie : Das jahrelange Schweigen der Beate Zschäpe

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Im November 2011 hat der Bundesgerichtshof Haftbefehl gegen die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe erlassen (hier im September 2013 im Gerichtssaal in München). Bild: dpa

Seit Mai 2013 steht Beate Zschäpe im NSU-Prozess vor Gericht. Bislang hat sie beharrlich geschwiegen – ändert ihre angekündigte Aussage jetzt alles? Ein Überblick über die Ereignisse.

          Die rechtsextreme Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) soll von 2000 bis 2007 zehn Menschen ermordet haben. Beate Zschäpe steht seit Mai 2013 als Hauptangeklagte vor Gericht, nun will sie aussagen. Ein Rückblick auf die Ereignisse:

          4. November 2011: Nach einem missglückten Banküberfall werden Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt tot in einem ausgebrannten Wohnmobil in Thüringen gefunden. Bei ihnen sind die Waffen zweier Polizisten, die 2007 in Heilbronn getötet beziehungsweise schwer verletzt wurden.

          8. November: Beate Zschäpe stellt sich der Polizei in Jena.

          11. November: Zum Polizistenmord von Heilbronn übernimmt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen. Es gibt offenbar Verbindungen zu weiteren Morden.

          13. November: Der Bundesgerichtshof erlässt Haftbefehl gegen die mutmaßliche NSU-Terroristin Zschäpe.

          8. November 2012: Die Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen sie.

          6. Mai 2013: In München beginnt der Prozess. Hauptangeklagte ist Beate Zschäpe.

          22. August: Ein Untersuchungsausschuss des Bundestages legt seinen Abschlussbericht vor. Er wirft den Sicherheitsbehörden schwere Versäumnisse bei den Ermittlungen gegen die Terrorzelle vor.

          21. August 2014: Ein Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtags kommt zu der Einschätzung, die Mordserie hätte verhindert werden können, wenn die Ermittlungsbehörden nicht so gravierende Fehler begangen hätten.

          6. Juli 2015: Das Oberlandesgericht München ordnet Zschäpe auf eigenen Wunsch den Anwalt Mathias Grasel als vierten Pflichtverteidiger bei.

          31. Juli: Zschäpe scheitert zum dritten Mal mit ihrem Ansinnen, ihre ursprünglichen Verteidiger loszuwerden.

          10. November: Die eigentlich für den 11. November angekündigte Aussage Zschäpes wird verschoben - bisher hat sie im Prozess geschwiegen. Neben Grasel wird der Münchner Anwalt Hermann Borchert Zschäpe als Wahlverteidiger an bestimmten Tagen im Prozess vertreten.

          11. November: Der Bundestag beschließt einen neuen NSU-Untersuchungsausschuss.

          24. November: Ein Befangenheitsantrag des Mitangeklagten Ralf Wohlleben gegen alle Richter scheitert. Das Gericht lehnt zudem den erneuten Antrag von Zschäpes drei Alt-Verteidigern ab, von ihren Pflichtmandaten entbunden zu werden. Sie waren bereits im Juli mit einem solchen Ansinnen gescheitert.

          29. November: Auch Ralf Wohlleben will aussagen, kündigen seine Anwälte an.

          9. Dezember: Zschäpe will ihr Schweigen im Prozess erstmals brechen, Fragen des Gerichts allerdings nur schriftlich beantworten.

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