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Drei Jahre nach den NSU-Morden : Noch viele Fragen ungeklärt

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Beate Zschäpe, die Hauptangeklagte im Prozess um die Taten der rechtsextremenTerrorzelle NSU betritt am 20. Juni 2013 den Saal des Oberlandesgerichts in München. Bild: dpa

Die Terrorgruppe NSU hat zehn Morde, mehr als ein Dutzend Raubüberfälle und mehrere Anschläge verübt. Auch drei Jahre nach dem Ende der Terrorzelle sind viele Merkwürdigkeiten nicht aufgeklärt. FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen.

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          Auch anderthalb Jahre nach Beginn eines der größten Prozesse in Deutschland und der Arbeit eines Bundestagsuntersuchungsausschusses sind viele Rätsel um die NSU ungelöst. Für die Angehörigen der vor allem türkischstämmigen Opfer ist dies ein unerträglicher Zustand. Weil die Hauptangeklagte Beate Zschäpe in dem Verfahren bisher schweigt, gleicht die Aufklärung vor Gericht, aber auch in parlamentarischen Gremien und durch Recherche von Medien einem gigantischen Puzzle. Einem Puzzle, in dem viele Teile noch fehlen und das Gesamtbild über Helfer und Mitwisser des NSU noch verschwommen ist.

          Welche Fragen sind noch offen?

          In Baden-Württemberg wird erst am Mittwoch ein Untersuchungsausschuss eingesetzt. Der NSU-Ausschuss des Bundestages konnte sich nur drei Tage lang mit dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn befassen. Der erste Leiter der Sonderkommission „Parkplatz“, die den Mord aufklären sollte, wurde gar nicht vernommen. Gefragt werden wird in Baden-Württemberg, weshalb die NSU-Terroristen so häufig in die Region Stuttgart reisten; ob es beim Landesverfassungsschutz tatsächlich schon 2003 Hinweise auf die Gruppe gab; warum ausgerechnet direkte Kollegen von Kiesewetter Mitglieder der rechtsterroristischen Organisation Ku-Klux-Klan waren und warum ein Aussteiger aus der rechtsextremen Szene ausgerechnet an dem Tag starb, an dem er von der Polizei-Ermittlungsgruppe „EG-Umfeld“ verhört werden sollte.

          In Hessen ist die weitere Aufarbeitung vergleichsweise einfach, weil es im Grunde nur um die dubiose Rolle des Verfassungsschützers Andreas T. geht, der zur ungefähren Tatzeit in jenem Kasseler Internetcafé war, in dem ein NSU-Mord verübt wurde. Und doch ist die Aufgabe schwierig. Denn T. hat bisher nichts zur Aufklärung beigetragen – abgesehen davon, dass er sich zusehends in Widersprüche verstrickte.

          Nach Ansicht fast aller, die mit diesem NSU-Mord befasst sind, bleiben nur zwei Möglichkeiten. Erstens: T. hat entgegen seinen Behauptungen etwas von der Tat mitbekommen und schweigt darüber. Zweitens: T. war an dem Mord beteiligt. Für beide Szenarien gibt es Indizien, Beweise fehlen bislang. Das liegt auch daran, dass Akten aus dem Landesamt für Verfassungsschutz zurückgehalten wurden und ein von T. geführter V-Mann aus der rechtsextremen Szene auf Anweisung des früheren Innenministers Volker Bouffier (CDU) nicht befragt werden durfte. Der Untersuchungsausschuss im Hessischen Landtag soll diese Fragen beantworten. (Rüdiger Soldt und Timo Frasch)

          Welche Spuren wurden von den Ermittlern besonders vernachlässigt?

          Unter den Verbrechen des NSU sind die Sprengstoffanschläge aus den Jahren 2001 und 2004 in Köln von besonderer Bedeutung. Die Spurenlage an beiden Tatorten bot für die Fahnder „ungleich aussichtsreichere Ermittlungsansätze als bei anderen dem NSU zugeschriebenen Straftaten“, wie der NSU-Ausschuss des Bundestages feststellte. Bei dem Attentat Anfang 2001 gab es einen Zeugen, der den Täter unmaskiert gesehen hatte. Von den beiden Tätern des Nagelbombenanschlags drei Jahre später gibt es sogar Aufnahmen einer Überwachungskamera.

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