https://www.faz.net/-gpf-6ye93

„NSU“ : NPD-Funktionär gesteht Kontakte zu Terrorzelle ein

  • Aktualisiert am

Dieses Fahndungsbild des Bundeskriminalamtes (BKA) zeigt die mutmaßlichen Mitglieder der terroristischen Vereinigung „Nationalozialistischer Untergrund“ (NSU), Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos (r.) im Jahr 2007 Bild: dapd

Die Polizei hat in mehreren Bundesländern Dutzende Objekte der rechtsextremen Szene durchsucht. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft 24 Haftbefehle erlassen. Der stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende Frank Schwerdt hat Kontakte zu Mitgliedern der Terrorzelle „NSU“ eingestanden.

          Die Polizei hat am Dienstag in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Thüringen 34 Häuser der rechtsextremen Szene durchsucht. Zuvor seien 24 Haftbefehle erlassen worden, wie die Staatsanwaltschaft Koblenz mitteilte. Insgesamt ermittelt die Behörde nach eigenen Angaben gegen 33 Personen aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz, aus Nordrhein-Westfalen und aus Thüringen.

          Bei den laufenden Ermittlungen gehe es um die Bildung oder Unterstützung der „kriminellen Vereinigung Aktionsbüro Mittelrhein“, um gefährliche Körperverletzung, um schweren Landfriedensbruch sowie um das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Hinweise auf eine Verbindung zur Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) hätten sich nicht ergeben.

          In Bad Neuenahr-Ahrweiler durchsuchten Einsatzkräfte am Mittwochmorgen um 6 Uhr bei einem größeren Einsatz ein Zentrum des „Aktionsbüros Mittelrhein“, das unter anderem rechte Demonstrationen organisiert. Dutzende Polizisten sollen in den vier Ländern im Einsatz gewesen sein. Am Nachmittag wollen Polizei und Staatsanwaltschaft weitere Details mitteilen.

          Mitte des Jahres 2010 hatten sich laut Staatsanwaltschaft erstmals Hinweise darauf verdichtet, dass es sich bei dem „Aktionsbüro Mittelrhein“ um eine kriminelle Vereinigung handelt. Mitglieder des Aktionsbüros hätten Angehörige der linken Szene ausgespäht und seien gewalttätig gegen sie vorgegangen, hieß es in der Mitteilung der Behörde.

          Terrorist Mundlos fuhr NPD-Funktionär

          Der stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende Frank Schwerdt hat nach einem ARD-Bericht jahrelang Kontakt zu mehreren mutmaßlichen Mitgliedern und Helfern der „NSU“ gehabt. In einem Interview mit der ARD“ gab Schwerdt zu, dass Uwe Mundlos, einer der mutmaßlichen NSU-Täter, Ende der neunziger Jahre mindestens ein Mal als Fahrer für ihn tätig gewesen sei.

          Auf einem der ARD vorliegenden Foto vom 17. Januar 1998 ist der langjährige NPD-Bundesgeschäftsführer zudem mit der
          mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe auf einer Demonstration in Erfurt zu sehen. Nur zehn Tage später tauchten Zschäpe und
          Mundlos unter.

          Zugleich gestand Schwerdt ein, etwa drei Wochen nach dem Untertauchen der Zwickauer Zelle mit André K. in Berlin einen mutmaßlichen Helfer
          empfangen zu haben. Dieser bat ihn demnach um Unterstützung für die Zelle. Er habe ihnen aber nicht helfen können und wollen, sagte Schwerdt weiter.

          Weitere Themen

          Neuausrichtung im Weißen Haus Video-Seite öffnen

          Trump feuert Stabschef Kelly : Neuausrichtung im Weißen Haus

          Der ehemalige Marine-General John Kelly und der amerikanische Präsident waren in den vergangenen Monaten wiederholt aneinandergeraten. Der 68-Jährige wurde mehrfach mit kritischen Äußerungen über seinen Chef zitiert, die er jeweils dementierte.

          Ein heraufziehender Sturm

          Donald Trump : Ein heraufziehender Sturm

          Donald Trump gerät erstmals ins Visier einer amerikanischen Bundesanwaltschaft. Der Präsident bereitet sich auf den Wahlkampf 2020 vor und entlässt auch deshalb wieder einen sogenannten Erwachsenen in der Regierung.

          Topmeldungen

          Frankreich : Macron plant Ansprache

          Der französische Präsident wird am Montag wegen der heftigen Proteste eine Rede an die Nation halten. Zuvor trifft er sich mit Gewerkschaften und Arbeitgebern.

          Donald Trump : Ein heraufziehender Sturm

          Donald Trump gerät erstmals ins Visier einer amerikanischen Bundesanwaltschaft. Der Präsident bereitet sich auf den Wahlkampf 2020 vor und entlässt auch deshalb wieder einen sogenannten Erwachsenen in der Regierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.