https://www.faz.net/-gpf-7inx6

NSA-Spionage in Frankreich : Obama sichert Hollande schnelle Aufklärung zu

  • Aktualisiert am

Um Schadensbegrenzung bemüht: Barack Obama Bild: REUTERS

Nach Bekanntwerden der Spionagetätigkeit des Geheimdienstes NSA in Frankreich hat Amerikas Präsident Obama dem französischen Präsidenten Hollande rasche Aufklärung zugesichert. Medienberichte indes hätten die Dinge „verzerrt“ dargestellt.

          1 Min.

          Nach Frankreichs Empörung über die Spionage des amerikanischen Geheimdienstes NSA hat Präsident Barack Obama persönlich mit dem französischen Präsidenten François Hollande gesprochen. Die jüngsten Berichte, nach denen die NSA in Frankreich nicht nur Feinde ausspioniert habe, würden teilweise ein verzerrtes Bild liefern, sagte Obama in dem Telefonat mit Hollande. Einige Berichte stellten aber auch „berechtigte Fragen“ über die Arbeit der NSA. Amerika habe deshalb begonnen, die Methoden für die Sammlung von Informationen zu überprüfen, äußerte Obama nach Angaben des Weißen Hauses.

          In einer Erklärung des Élysée-Palast hieß es, Präsident Hollande habe gegenüber Obama seine „tiefe Missbilligung“ solcher Praktiken deutlich gemacht. Sie seien „inakzeptabel unter Freunden und Alliierten“. Hollande habe um weitere Erklärungen in diesem Zusammenhang gebeten.

          Die beiden Präsidenten seien in dem Telefonat übereingekommen, dass sie eng zusammenarbeiten wollen, um die Fakten und die Tragweite der Überwachungsaktivitäten des amerikanischen Geheimdienstes NSA zu ermitteln, hieß in der französischen Mitteilung.

          Frankreich hatte zuvor den amerikanischen Botschafter in Paris ins Außenministerium einbestellt. „Wir sind bereits im Juni alarmiert worden und haben deutlich reagiert, aber offensichtlich muss man weiter gehen“, sagte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius in Luxemburg. Es müsse schnell sichergestellt werden, dass sich diese Praktiken nicht wiederholten. Dem amerikanischen Botschafter wurde nach Angaben des Außenministeriums erläutert, die Praktiken der NSA seien „völlig inakzeptabel“.

          Die NSA teilte mit, sie nehme nicht zu konkreten Geheimdienstaktivitäten Stellung. Amerika sammele Material wie „alle Länder“. Man überprüfe derzeit aber die eigene Arbeit, wobei „legitime Sicherheitsbedürfnisse unserer Bürger und Verbündeten mit Datenschutz-Bedenken aller Menschen“ in Einklang gebracht würden.

          Die französische Tageszeitung „Le Monde“ hatte berichtet, die NSA habe in Frankreich auch Personen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung ausspioniert. So sollen Ende 2012 und Anfang 2013 rund 70,3 Millionen Datensätze zu Telefonverbindungen registriert worden sein.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Präsident Wladimir Putin nimmt am Freitag von seiner Residenz Nowo-Ogarjowo aus an einer Kabinettssitzung teil.

          Proteste in Belarus : Droht eine Intervention Moskaus?

          Für den Kreml ist die Lage in Belarus ambivalent – das zeigen auch die Reaktionen aus Moskau. Die große Frage ist, was Putin macht, wenn Lukaschenka ernstlich gefährdet ist.
          Ermittlungen: Apotheker und Ärzte werfen dem Angeklagten vor, Verfahren gegen sie aufgebläht zu haben (Symbolbild).

          Frankfurter Korruptionsaffäre : Mediziner erheben schwere Vorwürfe

          In der Korruptionsaffäre um einen Frankfurter Oberstaatsanwalt sollen Ermittlungen nur geführt worden sein, um Geld zu generieren. Das könnte sich noch zu einem weitaus größeren Skandal auswachsen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.