https://www.faz.net/-gpf-7axd3

NSA-Chef Keith Alexander : Der um Vertrauen wirbt

  • -Aktualisiert am

Keith Alexander Bild: REUTERS

Donald Rumsfeld machte ihn zum Vier-Sterne-General und zum Kommandeur der National Security Agency (NSA). Jetzt hat Keith Alexander 40.000 Leute unter sich - und einen Milliardenetat.

          Wenn man Keith B. Alexander zuhört und ihn betrachtet, vermag man nichts zu erkennen, was sinister wäre. Der Mann spricht mit fester, aber weicher Stimme. Der exakt gezogene Scheitel sitzt über einem freundlichen Gesicht mit hoher Stirn.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Dieser Tage wirbt Alexander eifrig um Vertrauen - im Kongress bei Anhörungen vor Abgeordneten und Senatoren, im Fernsehen beim Volk, kürzlich auch in Berlin im Kanzleramt. Ein ums andere Mal erinnert Alexander an die Anschläge vom 11. September 2001 und deren Vorgeschichte: wie es die amerikanischen Geheim- und Überwachungsdienste damals versäumten, die „Punkte miteinander zu verbinden“ und die doch so sichtbaren Spuren zu den Luftpiraten zu verfolgen. Das dürfe nie wieder geschehen, sagt Alexander. Dafür setzt er sich seit Jahr und Tag ein - zum Schutz des amerikanischen Volkes und seiner Verbündeten.

          Keith Brian Alexander wurde am 2. Dezember 1951 in Syracuse im Bundesstaat New York geboren. Er besuchte die Militärakademie West Point am Hudson River. Zu seinem Absolventenjahrgang von 1974 gehören auch der frühere Irak- und Afghanistan-Kommandeur und CIA-Direktor David Petraeus sowie der gegenwärtige Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs Martin Dempsey. Kurz vor der Graduierung heiratete Alexander seine Jugendliebe Deborah Douglas, die Eheleute haben vier Töchter.

          Augen und Ohren überall

          Alexander verschrieb sich früh der Aufklärung und Informationsbeschaffung. In den achtziger Jahren war er Aufklärungsoffizier der in Deutschland stationierten Ersten Panzerdivision des amerikanischen Heeres, mit welcher er im ersten Golfkrieg zur Befreiung Kuweits gegen die irakischen Truppen im Einsatz war. Aufklärungseinheiten des Heeres unter seinem Befehl waren 2003 auch an der Invasion im Irak beteiligt. 2005 wurde Alexander vom damaligen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zum Vier-Sterne-General befördert und zum Kommandeur des militärischen Abhör- und Aufklärungsdienstes „National Security Agency“ (NSA) ernannt.

          Für die NSA sind 40.000 Soldaten und zivile Angestellte tätig. Mit einem geschätzten Jahresetat von 10 Milliarden Dollar hat die NSA ihre Augen und Ohren möglichst überall auf der Welt. Im Zeitalter des Internets heißt das vor allem, in möglichst vielen der globalen Datenströme.

          Beim Hauptquartier der NSA in Fort Meade nahe Washington befindet sich auch der Sitz des im Mai 2010 geschaffenen Cyber-Kommandos der amerikanischen Streitkräfte. Auch das „Cyber Command“, dessen Aufgabe in erster Linie die Entwicklung von Offensivwaffen für gegenwärtige und künftige Cyber-Kriege ist, untersteht dem Kommando von Keith Alexander. General Alexander ist einer der mächtigsten und in der Öffentlichkeit zugleich am wenigsten bekannten Offiziere seiner Generation. Selbst in Zeiten von Etatkürzungen gibt es für die NSA und das „Cyber Command“ nur wachsende Budgets. Und Keith Alexander versichert, dass alles der nationalen Sicherheit dient und im Rahmen geltender Gesetze bleibt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Reformpaket gegen Klimawandel : Der Tag der Entscheidung

          Nach monatelangen Debatten steht die Bundesregierung vor einer klimapolitischen Richtungsentscheidung. Verschiedene Maßnahmen stehen zur Wahl. Eine Übersicht.

          „Downton Abbey“ im Kino : Flucht in die heile Adelswelt

          „Downton Abbey“, der Kinofilm, ist das polierte Produkt der Brexit-Jahre: ein nostalgischer Blick auf die Welt des englischen Adels und eine Aufforderung, sich vor der politischen Gegenwart zu verstecken.
          Eine Insel mit zwei Bergen – auch Jim Knopf wird zuverlässig zugestellt.

          Paketzustellung : Zahlen Inselbewohner bald extra?

          Fürs Porto gilt bislang: Alle zahlen gleich viel, solang nach Deutschland versendet wird. Doch Pakete auf Inseln zu bringen, wird der Post inzwischen zu teuer. Sie erwägt einen Zuschlag – doch dagegen gibt es Proteste.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.