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NSA-Affäre : Microsoft half Geheimdienst bei Spionage

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Von Überwachung sagte Microsoft-Gründer Bill Gates noch nichts, als er die digitale Vernetzung als „Road to Freedom“ pries Bild: REUTERS

Microsoft hat dem amerikanischen Geheimdienst die Türen für seine Spähaktionen offenbar weiter geöffnet als bisher zugegeben. Nach einem Bericht des „Guardian“ half der Softwarekonzern bei der Umgehung der Verschlüsselung.

          Microsoft hat laut einem Bericht des „Guardian“ enger mit dem amerikanischen Geheimdienst NSA zusammengearbeitet als bislang bekannt. Demnach hat der Softwarekonzern der NSA geholfen, die Verschlüsselung von Daten der eigenen Nutzer zu umgehen. So habe Microsoft vor dem Start des neuen Web-Mail-Portals Outlook.com sichergestellt, dass die NSA stets Zugriff auf die Informationen bekommen könne, schrieb die britische Zeitung am Donnerstagabend. Das soll eine Reaktion auf die Sorge der NSA gewesen sein, dass mit der Verschlüsselung die Überwachung des Internet-Chats nicht mehr möglich wäre.

          In einem internen Schreiben heißt es zudem, die Behörde habe auf E-Mails in Outlook.com – Hotmail eingeschlossen - schon lange direkten Zugriff, bevor diese Mails verschlüsselt würden. Außerdem habe Microsoft daran gearbeitet, der amerikanischen Bundespolizei FBI den Zugang zu Daten in dem Online-Speicherdienst SkyDrive zu erleichtern. Material aus dem Überwachungsproramm „Prism“ werde regelmäßig mit dem FBI und der CIA ausgetauscht. Ein internes Dokument nennt das „Mannschaftssport“.

          Microsoft teilte in einer Stellungnahme mit, das Unternehmen kooperiere mit den Behörden nur in den Fällen, in denen das gesetzlich vorgeschrieben sei. Die Behörden hätten keinen flächendeckenden Zugriff auf Nutzerdaten, sondern stets nur im Einzelfall. Allerdings schrieb Microsoft dem „Guardian“ auch: „Es gibt Aspekte dieser Debatte, von denen wir uns wünschen, dass wir freier darüber sprechen könnten. Deshalb streiten wir für mehr Transparenz, die jedermann helfen würde, diese wichtigen Themen zu verstehen und zu debattieren.“ Microsoft hatte erst vor Kurzem eine Werbekampagne mit dem Slogan „Ihre Privatsphäre ist unsere Priorität“ gestartet.

          Die Veröffentlichung des „Guardian“ beruht auf Informationen des amerikanischen IT-Spezialisten Edward Snowden. Er wird von Amerika gesucht und sitzt seit Wochen im Moskauer Flughafen fest. Snowden will dort an diesem Freitag Vertreter von Menschenrechtsgruppen treffen.

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