https://www.faz.net/-gpf-88sou

Waffengewalt in Amerika : Stadt zahlt Familie von Walter Scott 6,5 Millionen Dollar

  • Aktualisiert am

Die Eltern von Walter Scott bemühten sich nach der Ermordung um Besonnenheit. Bild: Reuters

Der Schwarze Walter Scott wurde im April von einem weißen Polizisten in North Charleston erschossen. Mit einer millionenschweren Entschädigung für die Hinterbliebenen hat die Stadt einen Gerichtsprozess abwenden können.

          1 Min.

          Die Stadt North Charleston und die Familie eines unbewaffneten Schwarzen, der von einem weißen Polizisten erschossen worden war, haben sich auf die Zahlung von 6,5 Millionen Dollar geeinigt. Der Rat der Stadt habe die Zahlung einstimmig genehmigt, gab Bürgermeister Keith Summey in einer Stellungnahme bekannt. Weiter heißt es, der Bürgermeister sei froh, dass die Einigung erzielt werden konnte, ohne dass es zu einem Gerichtsprozess gekommen sei.

          Der 50 Jahre alte Scott wurde am 4. April in North Charleston von dem Polizisten Michael Slager erschossen, als er versuchte, vor einer Verkehrskontrolle zu fliehen. Der Vorfall wurde von einem Zeugen aufgenommen und das Video im Internet veröffentlicht, wo es ein breites öffentliches Echo hervorrief und die Diskussion um Rassismus in der amerikanischen Polizei abermals anheizte. Slager wurde im Juni des Mordes angeklagt und nicht auf Kaution freigelassen. Auch seinen Arbeitsplatz als Polizist verlor er nach der Anklage.

          Slager hatte, bevor das Video bekannt wurde, zu seiner Verteidigung vorgebracht, Scott habe nach seiner Waffe und seinem Taser, einen Elektroschocker, gegriffen. Das Video zeigt jedoch, wie Scott davon läuft, während Slager auf ihn schießt. Danach ist zu sehen, wie er seine Elektroschockpistole vom Boden aufhebt und bei der Leiche von Scott plaziert.

          Scotts Familie setzte sich direkt nach dem tödlichen Vorfall dafür ein, dass es nicht zu Rassenunruhen in der Stadt kommt, wie auch der Bürgermeister in seiner Stellungnahme anerkannte. Nun könne die Zeit der Heilung für die Familie beginnen, so Summey. Er wies außerdem darauf hin, dass es nach dem Vorfall viele Veränderungen gegeben habe, die auch das Ergebnis eines Dialogs mit den Bürgern seien. So seien die Polizisten jetzt mit Körperkameras ausgerüstet und es gebe mehr persönlichen Austausch zwischen Polizisten und den Bewohnern der Stadt.

          Weitere Themen

          Hüter der Beziehungen?

          Polens Staatspräsident Duda : Hüter der Beziehungen?

          Wenn am Montag ehemalige Auschwitz-Häftlinge gemeinsam mit ranghohen Politikern der Befreiung des Lagers gedenken, ist er Gastgeber: Andrzej Duda. Die Vorzeichen sind nicht die besten, seit Warschau mit Putin über Polens Rolle im Zweiten Weltkrieg streitet.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.