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Nordkorea : Unverletzlich

  • -Aktualisiert am

Atomwaffenträger: Erster Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete am 5. April 2009 in Musudan-ri Bild: dapd

Die Erbmonarchen der Familie Kim haben alle Absprachen gebrochen. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass sie auch dieses Mal nicht nachgeben werden.

          UN-Generalsekretär Ban Ki Moon spricht von einem „klaren und schweren Verstoß“ gegen Resolutionen des Sicherheitsrates; Präsident Obama fordert, auf den neuen nordkoreanischen Atomtest müsse es rasch eine „glaubwürdige“ Reaktion der internationalen Gemeinschaft geben. Es ist dasselbe hilflose Lied, das immer wieder gesungen wurde, seit Nordkorea 1994 seinen Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag (NPT) erklärte und im Oktober 2006 erstmals eine Atomwaffe unterirdisch zündete.

          Seither hat es in regelmäßigem Wechsel Anreize und Sanktionen gegeben, um das kommunistische Regime in Pjöngjang davon abzuhalten, sich in den Kreis der Nuklearmächte zu drängen. Doch die Erbmonarchen der Familie Kim haben alle Absprachen gebrochen. Sie haben Vergünstigungen wie Nahrungsmittel- oder Wirtschaftshilfe und Energielieferungen gerne angenommen, ohne je die versprochene Gegenleistung - Verzicht auf Nuklearwaffen und Trägersysteme - zu erbringen. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass sie auch dieses Mal nicht nachgeben werden.

          Wer „die Bombe“ hat, wird faktisch unverletztlich

          Seitdem die Bemühungen der Amerikaner, Pjöngjang zur Räson zu bringen, gescheitert sind, richten sich die Augen immer wieder auf China und seine Einflussmöglichkeiten. In der Tat ist Nordkorea von Peking wirtschaftlich weitgehend abhängig. Doch alle Versuche der chinesischen Führung, die nordkoreanischen Herrscher zu mäßigen sind bisher fehlgeschlagen - genauso wie der Rat, die Misere in Nordkorea mit Wirtschaftsreformen nach chinesischem Muster zu bekämpfen, in den Wind geschlagen wird. Solange China ein überragendes Interesse daran hat, Nordkorea als Pufferzone zu erhalten, um eine direkte Konfrontation mit den in Südkorea stationierten amerikanischen Truppen zu vermeiden, sitzt die Führung in Pjöngjang am längeren Hebel.

          Iran hat sich mit der wohlfeilen Forderung nach einem weltweiten Verbot von Atomwaffen zu Wort gemeldet. Das ist ein hehres Ziel, das auch amerikanische Präsidenten von Reagan bis Obama immer wieder formuliert haben. Doch es liegt in weiter Ferne. In der Zwischenzeit arbeiten die Iraner - ähnlich wie Nordkorea unbeeindruckt von internationalen Protesten - an ihrem eigenen Nuklearprogramm. Sie haben aus dem Beispiel ihre Lehren gezogen: Wer „die Bombe“ einmal hat, wird faktisch unverletzlich.

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