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Nordkorea : Stichwort: Der Krieg auf der Halbinsel

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Vor einem halben Jahrhundert, am 25. Juni 1950, überschritten nordkoreanische Truppen die Demarkationslinie auf der koreanischen Halbinsel.

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          Vor einem halben Jahrhundert, am 25. Juni 1950, überschritten nordkoreanische Truppen die Demarkationslinie auf der koreanischen Halbinsel und griffen Südkorea an. Damit begann ein Krieg, der erst nach drei Jahren durch einen bis heute gültigen Waffenstillstand beendet werden konnte.

          Damals boykottierte die Sowjetunion aus anderen Gründen den Weltsicherheitsrat. So war kein Vertreter Moskaus zugegen und konnte sein Veto einlegen, als der Rat beschloss, Südkorea mit UN-Truppen zu Hilfe zu kommen.

          Teilung am 38. Breitengrad

          Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auch im pazifischen Raum wurde die von Japan annektierte koreanische Halbinsel entlang des 38. Breitengrads geteilt. Sowjetische Truppen rückten im Herbst 1945 in den Norden ein und installierten ein kommunistisches Regime. Amerikanische Truppen besetzten den Süden.

          Wie kein anderes Ereignis wandelte der Krieg in Korea den Kalten Krieg von einem ideologischen Konflikt in einen militärischen. Im Sommer 1950 geriet nicht nur Südkorea in Gefahr, vollständig überrollt zu werden. Auch wurde der Weltfriede insgesamt durch die Kampfhandlungen auf der geostrategisch wichtigen Halbinsel bedroht.

          Kriegseinsatz der Vereinten Nationen

          Erst durch den massiven Einsatz von UN-Truppen aus 16 Ländern, die aber in der Hauptsache aus amerikanischen Truppen bestanden und bis zu seiner Ablösung 1951 durch Präsident Harry Truman von General Douglas MacArthur geführt wurden, konnten die nordkoreanischen Verbände zurückgeschlagen werden. Nordkorea wurde später durch chinesische "Freiwillige" unterstützt.

          Die Verhandlungen über einen Waffenstillstand zogen sich über fast zwei Jahre bis zum 27. Juli 1953 hin. Mit der Festlegung einer vier Kilometer breiten und 240 Kilometer langen "entmilitarisierten Zone" wurde eine Pufferzone geschaffen, die die beiden Koreas bis heute trennt und an der auf beiden Seiten mehr als eine Million Soldaten stehen.

          Schätzungen zufolge verloren durch den Krieg mehr als 4,5 Millionen Menschen ihr Leben. Mit dem Krieg wurde nicht nur die Teilung der Halbinsel besiegelt. Das Misstrauen und die Feindschaft hatten sich durch den Krieg vertieft und prägten bisher das Verhältnis beider Länder. Bis heute ist kein formaler Friedensschluss zu Stande gekommen. Millionen von Familien wurden durch Krieg und Teilung auseinander gerissen. Erst Mitte Juni dieses Jahres kam es zum ersten Nord-Süd-Gipfel in Pjöngjang, bei dem die Staatschefs beider Staaten vertrauensbildende Maßnahmen und Schritte zur Wiedervereinigung beschlossen.

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