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Nordkorea-Kommentar : Geschickter Kim

Die Verhandlungen mit Nordkorea sind in eine Sackgasse geraten – auch weil sie von falschen Prämissen ausgingen. Das verschafft seinem Machthaber Zeit.

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          Es ist keine Überraschung, dass Kim Jong-un in seiner Neujahrsansprache den Ton gegenüber Washington verschärft hat. Geschickt hat er seine Position im vergangenen Jahr deutlich verbessert. Die Sanktionsfront, die Amerika mit Hilfe Chinas aufbauen konnte, bröckelt längst.

          Peking steht als Schutzmacht hinter ihm, und Südkorea drängt Amerika zu Konzessionen gegenüber Pjöngjang. Die Vorstellung, der nordkoreanische Diktator könnte allein durch wirtschaftlichen Druck und militärische Drohgebärden zur Aufgabe seiner Atomwaffen bewegt werden, war von Anfang an naiv. Aus Kims Sicht sind die Atomwaffen der Garant für den Erhalt seines Regimes. Er wird sich nur auf einen Prozess einlassen, der zugleich sein politisches Überleben sichert.

          Die Verhandlungen mit Nordkorea sind in eine Sackgasse geraten, auch weil sie von falschen Prämissen ausgingen. Noch ist nicht zu erkennen, mit welcher Strategie Donald Trump bei einem zweiten Gipfeltreffen mit Kim Jong-un im Februar dem Prozess neues Leben einhauchen will. Kim gewinnt derweil Zeit, um sein Atomprogramm auszubauen.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

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