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Nordkorea : Die Kim-Dynastie

  • -Aktualisiert am

Bild: afp

Der Weg Kim Jong-uns an die Spitze Nordkoreas ist geebnet. Die Stunde der Wahrheit aber wird erst nach dem Tod seines Vaters Kim Jong-il kommen. Nur wenige Optimisten wagen auf eine neue Politik der Öffnung zu hoffen. Das Volk könnte sich dann verweigern.

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          Der Weg Kim Jong-uns, des Sohnes Kim Jong-ils, an die Spitze Nordkoreas ist geebnet; die Kim-Dynastie wird in dritter Generation fortgeführt. Kim Jong-il hat seinen erst 27 Jahre alten Sohn zum General ernannt und ihm „Regenten“ zur Seite gestellt, die ebenfalls zum Klan der Kims gehören. Eine Machtübergabe ist damit noch nicht vollzogen. Die Parteikonferenz hat zunächst Kim Jong-il als Generalsekretär der Partei bestätigt. Der hat damit weiterhin die wichtigsten Posten des Landes inne, den Vorsitz der Verteidigungskommission und der Partei. So lange er die Politik bestimmt und einen starken Sicherheitsapparat in der Hand hat, wird sich im Land nicht viel ändern.

          Doch um die Gesundheit des Diktators steht es nicht zum Besten, die Stunde der Wahrheit wird nach dessen Tod kommen. Dann wird der dritte Kim die Gelegenheit haben, Profil zu zeigen. Dass der junge Kim eine neue Politik der Reformen und der Öffnung einleiten wird, wagen nur große Optimisten zu hoffen.

          Einem dritten Kim könnte sich das Volk verweigern

          Nicht auszuschließen ist aber, dass es Machtkämpfe geben wird, wenn andere als der Klan Kim-Jong-ils Ansprüche auf Macht und Pfründen erheben. Wird die Bevölkerung Nordkoreas eine Machtübernahme durch den dritten Kim akzeptieren?

          Trotz aller Propaganda um die Verdienste und die großen Fähigkeiten des Führers genießt Kim Jong-il nicht mehr die Verehrung, die seinem Vater entgegengebracht wurde. Einem dritten Kim könnte sich die geknechtete Bevölkerung, in welcher Form auch immer, verweigern. Die Schamlosigkeit, mit welcher der Kim-Klan über das Land verfügt, ist provozierend.

          Die Nachbarn, allen voran Südkorea, fürchten vor allem Instabilität in Nordkorea. Südkorea ist den Drohungen und Attacken des Nordens direkt ausgesetzt. Zuletzt hat der Angriff auf ein südkoreanisches Kriegsschiff gezeigt, wie skrupellos der Norden handeln kann.

          Mehr als Angriffe des Nordens fürchtet Südkorea aber einen Zusammenbruch des Regimes - die Kosten einer Wiedervereinigung wären immens. Die Staatengemeinschaft muss weiterhin Nordkoreas Atomprogramm besorgt stimmen. Zwar hat sich Nordkorea in den Sechser-Gesprächen verpflichtet, sein Nuklearprogramm aufzugeben, doch bis jetzt zeigt es keine Neigung, den Verpflichtungen nachzukommen. Dass der jüngere Kim als General in die Positionen der Macht aufsteigt, ist kein gutes Zeichen.

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