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Nordirland : Die Wurzeln des Nordirland-Konflikts

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Der Traditonsmarsch des protestantischen Oranier Ordens Bild: dpa

Die Schlacht von Boyne, die Orange-Order-Märsche, der Osteraufstand. Ein Überblick über die Entwicklung des Nordirland-Konfliktes bis 1969.

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          Der Nordirlandkonflikt hat seine Wurzeln tief in der englisch - irischen Geschichte. Mit den alljährlich stattfindenden Märschen protestantischer Gruppen, wie zum Beispiel des Oranier Ordens, wird an den Sieg des protestantischen Königs von England, Wilhelm III, in der Schlacht von Boyne am 1. Juli 1690 erinnert. Mit diesem Sieg über seinen katholischen Vorgänger und Widersacher Jakob II. wurde die englische Herrschaft über Irland und die der Protestanten in der Nordprovinz, Ulster, begründet.

          Die englische Vorherrschaft

          Die englische Herrschaft über Irland ging in den folgenden 200 Jahren mit einer weitgehenden Aneignung des Grundbesitzes durch die Engländer und einer Lähmung der irischen Wirtschaft einher. Irland wurde zum Armenhaus. Hungersnöte und Auswanderungswellen prägten das Bild. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts erstarkte der irische Nationalismus. Zum Ende des Jahrhunderts wurzelte er in der Frage der parlamentarischen Selbstregierung für Irland.

          Der Osteraufstand

          Der Osteraufstand vom 24.April 1916 stellte einen Wendepunkt dar. Am Ostermontag besetzten Mitglieder der „Irish Volunteers and Irish Citizen Army“ Verwaltungsgebäude in Dublin und riefen eine Irische Republik aus. Nach der Niederschlagung des Aufstands erschossen die Briten die Anführer der Rebellen und schufen so Märtyrer, deren Namen bis heute für den Kampf der Iren gegen die Briten stehen. Sinn Fein („Wir selbst“), die 1905 gegründete nationalistische Partei der Iren, erhielt immer mehr Unterstützung.

          Der Government of Ireland Act“

          Mit dem „Government of Ireland Act“ von 1920 versuchte die britische Regierung einen Kompromiss zwischen der nationalistischen Forderung nach Anerkennung des irischen Parlamentes in Dublin und den Bestrebungen nach Erhalt der britisch-irischen Union zu schaffen. In Irland entstanden zwei politische Einheiten mit getrennten Parlamenten für den Norden und den Süden, heute die Republik Irland. Obwohl dies nur als Provisorium gedacht war, schuf der Akt die beiden bis heute bestehenden staatlichen Gebilde und legte den Grundstein für den Konflikt in Nordirland.

          Die Bürgerrechtsbewegung

          Während des halben Jahrhunderts, seit dem Nordirland bestand, war die katholische Minderheit verschiedensten Diskriminierungen seitens der Unionisten ausgesetzt. Im Verlauf der 60er Jahre bildete sich, dem US-amerikanischen Vorbild folgend, eine Bürgerrechtsbewegung. Sie forderte die gleiche Rechte für die katholische Minderheit ein. Der öffentliche Protest der „Nothern Ireland Civil Rights Association“ (NICRA) führte in England zur Einsicht, daß in der Provinz Nordirland die katholische Minderheit zu Bürgern zweiter Klasse in ihrer eigenen Heimat gemacht worden waren.

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