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Nigeria : Luftwaffe meldet Tötung von Boko-Haram-Anführern

  • Aktualisiert am

Auf den Boko-Haram-Anführer Abubakar Shekau ist in Nigeria schon seit Jahren ein hohes Kopfgeld ausgesetzt. Bild: Reuters

Bei einem Großeinsatz will die nigerianische Armee eigenen Angaben zufolge rund 300 mutmaßliche Terroristen getötet haben. Auch Boko-Haram-Anführer Shekau sei schwer verletzt, heißt es.

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          Die nigerianische Armee hat eigenen Angaben zufolge rund 300 mutmaßliche Terroristen der islamistischen Gruppe Boko Haram getötet. Dies sei während eines Großeinsatzes im Bundesstaat Borno gelungen, berichtet das Online-Nachrichtenportal Sahara Reporters in der Nacht auf Dienstag.

          Das Portal beruft sich auf den Chef der Luftwaffe, Sadiq Abubakar. Der Einsatz soll Freitag stattgefunden haben. Dabei hieß es, bereits in den vergangenen Wochen seien Einsätze gegen die Terrormiliz aus Sicht der Armee erfolgreich verlaufen. Ob auch Zivilisten umgekommen sind, blieb bislang unklar.

          Bei dem Einsatz sollen auch zahlreiche Kommandeure der Islamisten getötet worden sein, ihr Anführer Abubakar Shekau sei schwer verletzt worden. Er sei bei dem Angriff am Freitag an der Schulter „tödlich verwundet“ worden, erklärte Armeesprecher Sani Usman am Dienstag. Zudem seien die Rebellenkommandeure Abubakar Mubi, Malam Nuhu und Malam Hamman bei dem Angriff auf ein Boko-Haram-Lager in einem Wald im Nordosten Nigerias getötet worden.

          Der Boko-Haram-Führer Shekau war bereits wiederholt für tot erklärt worden, doch erwiesen sich die Berichte immer als falsch. Erst vor einer Woche war ein Internetvideo veröffentlicht worden, in dem Shekau die Berichte über seinen Tod zurückwies. Auf den Aufnahmen wirkte Shekau kräftiger und ruhiger als in früheren Videos. Shekau hatte die Führung der sektenartigen Extremistengruppe übernommen, nachdem ihr Gründer Mohammed Yusuf 2009 vom Militär getötet worden war.

          Boko Haram kämpft seit 2009 im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamischen Staat. In dem Konflikt wurden mehr als 20.000 Menschen getötet und 2,6 Millionen weitere zur Flucht aus ihren Häusern gezwungen. Nach der Ausweitung des Konflikts auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad griffen diese militärisch ein und drängten die Rebellengruppe deutlich zurück. Dafür setzt Boko Haram nun aber verstärkt auf Anschläge auf die Zivilbevölkerung.

          Die Lage der Zivilbevölkerung in den lange umkämpften Gebieten ist Helfern zufolge jedoch kritisch. Die Zahl der auf Nahrungsmittelhilfe angewiesenen Menschen hat sich dort binnen weniger Monate nahezu verdoppelt, wie das Welternährungsprogramm (WFP) am Dienstag erklärte. Inzwischen seien 4,5 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, verglichen mit 2,5 Millionen Menschen im März.

          Wegen der schlechten Wirtschaftslage könnte die Zahl dem WFP zufolge bis nächsten Monat nochmals um eine Million Menschen ansteigen. In Gebieten, die erst kürzlich von Boko Haram zurückgewonnen wurden, leben rund 65.000 Menschen in Zuständen, die einer Hungersnot gleichen, warnte das WFP. Helfer haben demnach noch keinen geregelten Zugang zu diesen Gebieten in den Bundesstaaten Borno und Yobe.

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