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Nigeria : Boko Haram tötet mehr als 300 Dorfbewohner

  • Aktualisiert am

Demo gegen Boko Haram in Lagos, Nigeria Bild: AP

Die Extremisten halten Nigeria in ihrem Würgegriff: Im Nordosten des Landes hat Boko Haram ein Dorf überfallen, die Einwohner wurden wahllos ermordet. Von den entführten Schülerinnen fehlt weiter jede Spur.

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          Die nigerianische Polizei hat am Mittwoch eine Belohnung von umgerechnet 216.000 Euro für Hinweise auf den Aufenthaltsort der vor drei Wochen von der islamistischen Sekte Boko Haram verschleppten Schulmädchen ausgelobt. Bislang ist es den Sicherheitskräften nicht gelungen, die Mädchen zu finden. Der Führer der Sekte, Abubakar Shekau, hatte am Montag angekündigt, die Mädchen zu „versklaven“ und „zu verkaufen“. Etwa 200 der mutmaßlich 223 Schülerinnen sind Christinnen.

          Unterdessen erhöhte sich die Zahl der Todesopfer des Angriffs der Islamisten auf die Grenzstadt Gamboru Ngala am Dienstag auf mehr als 300. Das bestätigte der für die Region zuständige nigerianische Senator Ahmed Zannah am Mittwoch. Die Terroristen waren in die Stadt eingefallen und hatten wahllos das Feuer eröffnet. Zudem soll die halbe Ortschaft in Brand gesetzt worden sein. Die Angreifer konnten die Stadt nach ihrer Tat unbehelligt von Armee und Polizei verlassen.

          „Eine Tat des puren bösen“

          Der amerikanische Präsident Barack Obama hofft, dass Nigerias neue Bereitschaft, die Unterstützung amerikanischer Sicherheitskräfte in Anspruch zu nehmen, den Beginn eines internationalen Vorgehens gegen Boko Haram markiert. Das Weiße Haus hatte am Dienstag bekanntgegeben, Präsident Goodluck Jonathan habe das Angebot angenommen, sich helfen zu lassen, die Geiseln zu befreien. Der amerikanische Außenminister John Kerry teilte nach einem Telefonat mit Jonathan mit, eine neue „Koordinierungsstelle“ in der amerikanischen Botschaft in Abuja werde auch auf Fachleute in Verhandlungen mit Geiselnehmern zurückgreifen können.

          Am Mittwoch wurde in Washington bekannt, dass auch das Pentagon Planungen für eine militärische Unterstützung der Suche vornimmt. Obama nannte Boko Haram in einem Interview mit dem Sender ABC „eine der schlimmsten regionalen oder lokalen Terrororganisationen“. Amerika strebe „schon länger eine verstärkte Kooperation mit den Nigerianern an.“ Es gelte, „endlich etwas gegen diese fürchterliche Organisation zu tun“.

          Auch der britische Premierminister David Cameron kündigte Hilfe bei der Befreiung der Opfer an. „Großbritannien steht bereit“, sagte er am Mittwoch nach einem Telefonat mit Jonathan. Vor den Abgeordneten des Unterhauses sprach Cameron von einer „Tat des puren Bösen“. Sie habe „die Menschen in aller Welt vereinigt, um an der Seite Nigerias diese Mädchen zu finden und zu ihren Eltern zurückzubringen.“ Cameron erwähnte, dass bereits Militärausbilder und Antiterrorfachleute aus dem Vereinigten Königreich in Nigeria arbeiteten.

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