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Nierentransplantation : Eine Lebendspende als beste Möglichkeit

Nieren gehören zu den am häufigsten verpflanzten Organen. Da der Mensch nur eine Niere benötigt, kann dieses doppelt vorhandene Organ schon zu Lebzeiten gespendet werden. Auf eine neue Niere müssen Patienten sonst jahrelang warten.

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          Der Mensch hat zwei Nieren und kann problemlos nur mit einem seiner Entgiftungsorgane leben. Erst wenn beide Nieren stark geschädigt sind und versagen, ist ein Ersatz nötig. Eine Niereninsuffizienz kann verschiedene Ursachen haben. In etwa sieben Prozent der Fälle ist sie erblich bedingt. Häufig spielen Vorerkrankungen eine Rolle wie Diabetes mellitus oder auch Bluthochdruck. Eine weitere, häufige Ursache für ein Nierenversagen - überwiegend als chronischer Verlauf, bisweilen auch als akutes Nierenversagen - sind nach Angaben von Helmut Blume, Geschäftsführer des Verbandes Deutsche Nierenzentren, Entzündungen der Nierenkörperchen beider Nieren, die Glomerulonephritiden. Sie werden nach heutigem Kenntnisstand ausgelöst durch Autoimmunreaktionen des Körpers, bei denen er sich gewissermaßen selbst angreift.

          Peter-Philipp Schmitt
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Zwei Nierenersatzverfahren stehen in der Medizin zur Verfügung: die Dialyse, also das regelmäßige Reinigen des Blutes zum Beispiel mit einer Maschine, oder eine Transplantation. In Deutschland allein warten nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zur Zeit mehr als 8000 Patienten auf eine Spenderniere. Im vergangenen Jahr wurden 2172 Nieren nach postmortaler Organspende - von einem hirntoten Menschen - und 600 nach einer Lebendspende transplantiert. Vier bis fünf Jahre kann es dauern, bevor ein Patient (wenn er sich zu einer Hirntod-Spende anmeldet) eine Spenderniere bekommt, manches Mal sogar sieben oder acht Jahre.

          Spender wird genau untersucht

          Auch darum hat die Lebendspende in den vergangenen Jahren immer weiter zugenommen, die im Idealfall präventiv stattfindet, noch bevor der Patient eine Dialyse hatte. Grundsätzlich muss der Spender nur gesund und zu dem Eingriff - freiwillig - bereit sein, was eigens von einer unabhängigen Lebendspende-Kommission geprüft wird. Dieser Ethik-Rat soll unter anderem auch finanzielle Absprachen zwischen Spender und Empfänger oder sonstige unangemessene Interessen ausschließen. Als Spender in Frage kommen in Deutschland darum auch nur nahe Verwandte oder Personen, die dem Empfänger persönlich eng verbunden sind.

          Ein möglicher Spender wird vor einer Transplantation genauestens untersucht. Dabei ist neben der Frage der Verträglichkeit von Blutgruppen und Gewebetypen ausschlaggebend, ob der Spender keine versteckten Infektionen in sich trägt. Seit einigen Jahren werden auch blutgruppenungleiche Transplantationen vorgenommen. Zu Gute kommt den Medizinern dabei, dass bei einer Lebendspende das Organ grundsätzlich warm transplantiert werden kann, es also nicht, wie bei der postmortalen Spende, erst über die Vermittlungs- und Koordinierungsstelle Eurotransplant im niederländischen Leiden vergeben werden und auf eine bisweilen weite Reise durch Europa gehen muss. Bei der Lebendspende werden vielmehr Organentnahme und -übertragung in einem Transplantationszentrum vorgenommen.

          Die eigentliche Operation dauert zwei bis vier Stunden. Dabei wird dem Patienten die Niere in den Unterbauch eingesetzt und mit dem Blutkreislauf und den Harnwegen verbunden. Der Eingriff erfolgt heterotop, das heißt das Spenderorgan wird nicht an die Stelle der eigenen Nieren transplantiert. Die geschädigten Organe werden meist nicht einmal entfernt, sondern können im Körper verbleiben. Nach dem Eingriff kann es Tage oder sogar mehrere Wochen dauern, bis die neue Niere ihre Funktion erfüllt.

          Der Patient muss zudem dauerhaft starke Medikamente nehmen, sogenannte Immunsupressiva, die das Immunsystem schwächen, um dadurch eine Abstoßung des „Fremdkörpers“ zu vermeiden. Das Risiko, dass die Niere nicht angenommen wird, ist in den ersten zwei Jahren besonders hoch. Die Funktionsrate von Spendernieren liegt nach fünf Jahren bei gut 70 Prozent. Bei Organen von lebenden Spendern erreicht sie sogar 85 Prozent, was wiederum in direktem Zusammenhang mit der Ischämiezeit steht, der Zeit, die das Organ nach der Entnahme nicht durchblutet ist.

          Noch sind blutgruppenungleiche Transplantationen nach Angaben des Nephrologen Helmut Blume eher selten, auch wenn sie durchaus erfolgreich sind. Nicht ohne Risiko ist allerdings, dass dem Empfänger bei solch einem Eingriff schon Wochen zuvor Immunsupressiva verabreicht und ihm kurz vor der Operation mittels Blutwäsche noch zusätzlich Antikörper entfernt werden müssen. Sollte dabei zuvor eine versteckte Infektion im Körper übersehen oder gar ein bösartiger Tumor nicht erkannt worden sein, hätte das bei einem so geschwächten Immunsystem gravierende Folgen. Letztlich aber kann ein Patient nur mit einer neuen Niere wieder ein normales Leben führen und seine volle körperliche Leistungsfähigkeit zurück erlangen, so wie vor seiner Erkrankung.

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