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Niedersachsen : Wulffs starker Zug

  • -Aktualisiert am

Christian Wulff und die Kanzlerin: Wer hat wen im Blick? Bild: AP

Wulffs Schachzug gilt der schwarzen Dame. Anders lassen sich Aufwand und Ausführung seiner Kabinettsumbildung nicht erklären. Da will anscheinend einer raus aus der Provinz. Schon früher sah Angela Merkel in Wulff den einzigen ernsthaften Rivalen.

          Wulffs Schachzug gilt der schwarzen Dame. Anders lassen sich der Aufwand und die Ausführung der Kabinettsumbildung nicht erklären. Jeder Ministerpräsident ist froh, wenn er seine Landeskinder fördern, seine Landespartei und seine Landtagsfraktion zufriedenstellen kann.

          Wulff aber hat sich einem „bundesweiten Screening“ gewidmet, hat Brandenburg die CDU-Landesvorsitzende Wanka sowie der Hamburger CDU die stellvertretende Landesvorsitzende Özkan abspenstig gemacht und zugleich die erste Ministerin türkischer Abstammung berufen. Damit hat er Macht demonstriert und den nordrhein-westfälischen Standard (“erster Integrationsminister in Deutschland“) übertrumpft.

          Da er den niedersächsischen CDU-Landesvorsitz längst abgegeben hat, kann man folgern, da will einer raus aus der Provinz. Schon früher sah Angela Merkel in Wulff den einzigen ernsthaften Rivalen. Jetzt ist er noch gefährlicher, weil ihre Koalition schwach ist. Also dürfte sie einen Handel anbieten: Wulff wäre liberal genug, um Bundespräsident auch der Deutsch-Türken zu werden.

          Özkan, Wanka, Wulff, Grotelüschen und Althusmann

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