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F.A.Z.NET-Countdown : Terror in Spanien

Polizeikräfte stehen vor dem weißen Lieferwagen, der am 17.08.2017 auf dem Las-Ramblas-Boulevard in Barcelona. Bild: dpa

Wieder fordert ein Anschlag in Europa zahlreiche Tote und Verletzte. Die Suche nach den Tätern und Hintermännern läuft. Die CDU will ihr Programm im Berliner Konrad-Adenauer-Haus vor der Wahl „erlebbar“ machen. Martin Schulz distanziert sich von Parteifreund Gerhard Schröder.

          Ein weiteres Mal hat islamistischer Terror zahlreiche Tote in Europa gefordert. In Barcelona und dem weiter südlich gelegenen Badeort Cambrils sterben mindestens 13 Menschen, über 100 weitere werden verletzt. Der “Islamische Staat” reklamiert die Tat für sich - ohne jedoch nähere Informationen über die Täter zu veröffentlichen. Näheres zum jüngsten Stand der Ermittlungen finden Sie fortlaufend auf FAZ.NET.

          Timo Steppat

          Redakteur in der Politik.

          Der Vorfall dürfte sicherheitspolitische Fragen im Bundestagswahlkampf wieder in den Mittelpunkt rücken. Die Amokfahrt des Transporters über Barcelonas beliebte Flaniermeile Las Ramblas weckt Erinnerungen an den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz.

          Dennoch dürfte um 11 Uhr an diesem Morgen die CDU ein Geheimnis lüften. Parteichefin Angela Merkel soll mit Generalsekretär Peter Tauber in Berlin-Mitte das #fedidwgugl Haus eröffnen, das “begehbare Programm” der Partei. Nun bedeutet #fedidwgugl „für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“ – das ist der Wahlkampfslogan der CDU. Was es im #fedidwgugl Haus zu sehen gibt: Informationen zu den Parteipositionen in den Bereichen Wirtschaft, Finanzen, Europa, Familie und Sicherheit, ist aus der CDU zu vernehmen.

          Das Programm soll „erlebbar“ sein, zum Anfassen. Im zweiten Stock des Gebäudes, welches das Konrad-Adenauer-Haus wie einen Pop-Up-Store bis zur Bundestagswahl betreibt, werden Veranstaltungen stattfinden. Dass Sie an dieser Stelle davon lesen, kann auch als Indikator dafür dienen, in welchem Tempo dieser Wahlkampf abläuft. Und dass es bislang mehr um gekonnte Inszenierung als um inhaltliche Auseinandersetzungen geht.

          Dabei reisen die Spitzenkandidaten der Parteien fleißig durchs Land. Cem Özdemir von den Grünen ist heute in Düsseldorf, die Kanzlerin unter anderem in Koblenz und SPD-Kanzlerkandidat Schulz im westfälischen Herford. Martin Schulz hat einiges zu sagen, nur gelingt es ihm häufig nicht, damit durchzudringen. In einem gemeinsamen Interview von Deutschlandfunk und dem Fernsehsender Phoenix sagte Schulz am Donnerstag, er wolle härter gegenüber Trump auftreten als Merkel das tue. Sich wie Trump nicht von Nazis zu distanzieren, sei absolut inakzeptabel, sagte Schulz.

          Was sonst noch wichtig wird

          Soweit, so einig ist man sich da. Der amerikanische Präsident, der am Montag mit zwei Tagen Verspätung Rassismus als „böse“ bezeichnete und damit auf den Anschlag von Charlottesville reagierte, hat inzwischen zum gleichen Thema nachgelegt. Die Reiterstatuen von Bürgerkriegsgenerälen wie Robert Lee, die die Sklaverei unterstützten, sollen an einigen Orten abgebaut werden. Das nannte Trump im Kurznachrichtendienst Twitter “töricht” und “traurig”, als wollte er seiner Anhängerschaft wieder die Hand reichen - und wiederum ein Stück zurück rudern.

          Unterdessen hat sich die Situation im Nordkorea-Konlikt weiterhin nicht so recht entspannt. Der amerikanische Generalstabschef Joseph Dunford ist zu Gesprächen nach Asien gereist. Am Freitag trifft er sich in Tokio mit seinem japanischen Amtskollegen sowie mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Neben Südkorea ist Japan der wichtigste Verbündete in der Region.

          Fundstück des Tages

          Angesichts der Spannungen empfehle ich Ihnen ein Interview aus der F.A.Z.-Woche, die heute erscheint. Philip Eppelsheim hat mit Albert Schmid gesprochen, der auf seinem Grundstück Ende der 1970er Jahre einen Atomschutzbunker für 100 Personen hat errichten lassen - es ist nach eigenen Angaben der größte von privater Hand gebaute ABC-Schutzraum. Bis heute kann Schmid hier auf den Ernstfall reagieren. Wie es dazu kam und wie man die Essensvorräte frisch hält, lesen Sie hier.

          Und noch eins zu Schulz. Im besagten Interview mit Deutschlandfunk und Phoenix hat er sich über seinem Parteifreund Gerhard Schröder beschwert. Ein ehemaliger Bundeskanzler sei immer nur bedingt Privatmann, Schulz selbst hätte den Posten beim Staatskonzern Rosneft, den Schröder antreten will, nicht übernommen. Wieso Rosneft kein normaler Konzern ist, was er in Deutschland tut und welche Rolle er im Putin-Russland spielt, lesen Sie heute in der F.A.Z.

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