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Neue Snowden-Enthüllung : Warum sich die NSA so für Huawei interessierte

  • Aktualisiert am

Barack Obama (l.) und der damalige chinesische Staatschef Hu Jintao, 2010 Bild: dpa

Die chinesische Staatsführung und der chinesische Technologiekonzern Huawei sind über Jahre vom amerikanischen Geheimdienst NSA ausgespäht worden. Das geht aus Unterlagen von Edward Snowden hervor.

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          Auch die chinesische Staatsführung und der bedeutende Huawei-Konzern wurden vom amerikanischen Geheimdienst NSA massiv ausspioniert. Das geht aus Unterlagen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden hervor, die das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und die „New York Times“ eingesehen haben.

          Demnach wurden jahrelang der Mailverkehr des früheren Staatspräsidenten Hu Jintao mitgelesen und interne Dokumente des Handels- und Außenministeriums von den Servern entwendet. Auch Banken und Telekommunikationsunternehmen waren den Hackerangriffen der amerikanischen Spione ausgesetzt.

          Besonders interessiert waren die Amerikaner offenbar am Huawei-Konzern. Von 2009 an wurde das Computernetzwerk des Unternehmens nach „Spiegel“-Informationen an rund 100 Stellen infiltriert. Unter anderem wurde eine Kundenliste sowie interne Dokumente für das Training von Ingenieuren kopiert. Auch zum E-Mail-Archiv von Huawei verschafften sich die NSA-Spione Zugang, sie sollen von 2009 an den gesamten internen Mailverkehr der Mitarbeiter mitgelesen haben.

          „So viele Daten, dass wir nicht wissen, was wir damit tun sollen“

          „Wir haben guten Zugang und so viele Daten, dass wir nicht wissen, was wir damit tun sollen“ zitiert „Der Spiegel“ aus NSA-Papieren. Die NSA habe sich auch Zugang zu geheimen Software-Quellcodes der Chinesen verschafft. Als Grund für die Aktion sei angeführt worden, dass „viele unserer Ziele über Huawei-Produkte kommunizieren“ und man auf dem Stand der Technik bleiben müsse.

          Dem Bericht zufolge kritisierte ein Huawei-Sprecher den Angriff. Der Konzern sei unabhängig und verfüge „über keinerlei außergewöhnliche Beziehungen zu irgendeiner Regierung“. Eine NSA-Sprecherin sagte dem Magazin, der Nachrichtendienst gebe keine Informationen über ausländische Unternehmen an amerikanische Firmen weiter. In der kommenden Woche werden der chinesische Präsident Xi Jinping und der amerikanische Präsident Barack Obama in Europa erwartet.

          Huawei ist nach Ericsson der weltweit zweitgrößte Netzwerk-Anbieter. Dank seiner starken Stellung in Schwellenländern - vor allem auf dem Heimatmarkt China - ist Huawei mit Stammsitz in Shenzhen auch zum drittgrößten Smartphone-Anbieter der Welt aufgestiegen.

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