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„Neue Seidenstraße“ : Erste Container aus China erreichen Rügen

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Der erste Containerzug als Teil der chinesischen Seidenstraßeninitiative fährt im Hafen von Mukran auf der Insel Rügen ein. Bild: dpa

Ein Schiff mit den ersten 41 Containern aus China ist am Dienstag in den Hafen Mukran eingelaufen. Die neue Verbindung soll schneller sein als der Landweg durch Polen. Angetreten hatten die Container ihre Reise Anfang November auf einem Testzug.

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          Eine Route der „Neuen Seidenstraße“ zwischen China und Europa führt künftig über den Hafen Mukran auf Rügen. Am Dienstag erreichte den Ostseehafen ein Schiff mit den ersten 41 Containern eines Testzugs, der Anfang November im zentralchinesischen Xi’an gestartet war. Ein zweiter „Pilot Train“ brachte 48 Container in den Hafen, die für China bestimmt sind. Entgegen erster Ankündigungen überqueren keine Züge die Ostsee: Die Container werden im russischen Baltysk auf Schiffe verladen und in Mukran abermals auf Züge.

          Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) zufolge ist die Verbindung schneller als der Landweg durch Polen. Die polnische Infrastruktur sei mit dem wachsenden Handelsvolumen überfordert. „Die Züge stecken in Polen fest“, sagte er. Ziel sei es, einen Linienverkehr zu schaffen, der die Strecke in etwa zwei Wochen bewältige.

          Er wolle nicht ausschließen, dass es einmal auch wieder einen Eisenbahnfährverkehr zwischen Russland und Deutschland über die Ostsee gebe. Mukran ist der einzige deutsche Hafen mit einem Gleisanschluss für das Breitspur-Schienennetz, wie es in Russland, Finnland und dem Baltikum genutzt wird. Vorerst werden die Container auf der rund 10.000 Kilometer langen Strecke aus China drei Mal umgeladen: an der russischen Grenze auf Breitspurzüge, dann aufs Schiff und in Mukran abermals auf Züge.

          Züge sollen nicht leer nach China zurück fahren

          Pegel zufolge ist die „Neue Seidenstraße“ ein Stück Völkerverständigung zwischen China, Russland und Deutschland. „Solange wir miteinander handeln, führt uns das von Konflikten weg.“ Der Gesandte der chinesischen Botschaft in Berlin, Junhui Zhang, trat Befürchtungen entgegen, der Handel könnte sich einseitig gestalten. Er versicherte, dass die Züge nicht leer nach China zurückfahren. Immer mehr deutsche Unternehmen hätten Interesse daran, ihre Produkte nach China zu verkaufen. China importiere vor allem Autozubehör, technische Geräte und Lebensmittel wir Milchpulver.

          Der Vertreter von Mukran Port in Shanghai, Andreas Langosch, sagte, es stehe eine Genehmigung für den Transport gekühlter Lebensmittel durch Russland bevor. China habe etwa Interesse am Import von Schweinefleisch. Das Land hat einen Teil seiner Schweinebestände durch die Afrikanische Schweinepest verloren.

          Den Transportservice auf der Strecke hat das Unternehmen United Transport and Logistics Company (UTLC ERA) übernommen, das von Eisenbahngesellschaften Russlands, Weißrusslands und Kasachstans gegründet wurde. Dessen Geschäftsführer Alexej Grom sagte, die Entscheidung für Mukran sei gefallen, weil die Genehmigung innerhalb von nur drei Monaten erteilt worden sei. Der Transport von Waren auf der Schiene sei für viele Unternehmen preisgünstig und attraktiv.

          Dem Infrastrukturministerium zufolge wird bislang der mit Abstand größte Teil des Handels zwischen China und Westeuropa mit Containerschiffen abgewickelt, die die großen Häfen im Nordseeraum - Antwerpen, Bremerhaven, Hamburg, Rotterdam - ansteuern. In den vergangenen Jahren habe sich jedoch der Transport auf dem Landweg stark entwickelt. Der Hafen Mukran ist nach Angaben seines Geschäftsführers Harm Sievers im transeurasischen Eisenbahnverkehr schon immer ein verlässlicher Knotenpunkt gewesen. Er verfüge über jahrzehntelange Erfahrung mit den Märkten in Russland und den GUS-Staaten.

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