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Flüchtlingsboot gekentert : Viele Kinder ertrinken in der Ägäis

Flüchtlinge aus Syrien erreichen am 13. September in einem Schlauchboot die griechische Insel Lesbos. Vor der kleinen griechischen Insel Farmakonisi hatte viele andere Flüchtlinge an diesem Tag weniger Glück. Dort starben viele Menschen, darunter etliche Kinder, als ein Boot bei starkem Wind kenterte. Bild: dpa

Vor einer kleinen griechischen Insel ist ein Flüchtlingsboot gekentert, die Rettungskräfte bergen etliche Leichen, darunter viele Kinder. Die griechische Regierung weist Kritik an ihrer Politik zurück.

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          Während vor der Küste einer griechischen Insel am Sonntag mindestens 28 Migranten ertrunken sind, hat sich die griechische Ministerpräsidentin Vassiliki Thanou bei einem Besuch auf der Insel Lesbos gegen Kritik an Griechenlands Umgang mit der Flüchtlingskrise verwahrt. Bei dem Unglück in der Ägäis waren nach offiziellen griechischen Angaben auch mindestens vier Babys und 10 kleine Kinder ums Leben gekommen, als ein überladenes Schlauchboot unweit der Küste der (seit den achtziger Jahren nicht mehr besiedelten) griechischen Insel Farmakonissi kenterte. 

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Auf Lesbos, einem der Zentren der Völkerwanderung aus Asien und Afrika nach Nordwesteuropa, verwahrte sich Vassiliki Thanou gegen Kritik an Griechenlands Krisenmanagement. Griechenland halte sich streng an alle europäischen und internationalen Verpflichtungen. Kritik von „isolierten Stimmen“, die Griechenland Fehlverhalten vorwarfen, wies sie als „inakzeptabel“ zurück.

          Athen habe 16.000 Seemeilen Küste zu bewachen, wurde die Regierungschefin zitiert, die auf Lesbos an einem Treffen mit Lokalpolitikern sowie Vertretern der UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR und der griechischen Küstenwache teilnahm. Zuvor hatte sie schon ein ähnliches Treffen auf der Insel Chios abgehalten. Ein „Europa der Werte und der Zukunft“ könne nicht durch den neuerlichen Bau von Mauern entstehen, so Thanou, die kommissarische Regierungschefin bis zur griechischen Parlamentswahl am Sonntag ist.

          Athen plant den Aufbau einer eigenen Behörde für die Bewältigung der Flüchtlingskrise. Diese wird auch die europäischen Mittel verwalten, die Griechenland für diese Aufgabe zur Verfügung gestellt werden sollen. Unter anderem sollen zwei Aufnahmelager bei Athen und Thessaloniki die Zentren der beiden größten Städte des Lande entlasten.

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