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Merkel-Nachfolge : Schäuble beförderte Merz’ Kandidatur für CDU-Vorsitz

  • Aktualisiert am

Friedrich Merz und Wolfgang Schäuble bei einer Konferenz im September 2015 in Berlin Bild: dpa

Laut einem Medienbericht hat Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble die Kandidatur von Friedrich Merz für den Parteivorsitz aktiv unterstützt. Er soll unter anderem Termine für ihn angebahnt haben.

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          Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat nach einem Medien-Bericht die Kandidatur von Friedrich Merz für den CDU-Vorsitz seit langem mit vorbereitet und unterstützt. Schäuble soll dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zufolge Merz schon seit einiger Zeit dazu geraten haben, sich auf die Nachfolge von Angela Merkel vorzubereiten. Spätestens bis zum Nachmittag am Tag der Hessenwahl müsse Merz für sich geklärt haben, ob er antreten wolle, soll Schäuble seinem Freund geraten haben. Zudem soll er Merz Termine verschafft haben, um dessen Kandidatur in christdemokratischen Kreisen in Deutschland und Europa vorzubereiten und Merz’ Chancen auszuloten.

          Treffen in Brüssel?

          So unterstützte Schäuble dem „Spiegel“-Bericht zufolge ein Treffen von Merz mit dem Vorsitzenden des europäischen konservativen Parteienbündnisses EVP, Joseph Daul, Mitte Oktober in Brüssel. Daul habe wiederum im Anschluss an die Unterredung Merkel über Merz’ Pläne in Kenntnis gesetzt. Allerdings widersprach die EVP dieser Darstellung am Freitag entschieden: „Es gab kein Treffen zwischen Daul und Merz“, sagte eine EVP-Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP.

          Merkel hatte am Montag nach den großen Stimmverlusten ihrer Partei bei der hessischen Landtagswahl erklärt, auf dem CDU-Parteitag im Dezember nicht wieder für den Parteivorsitz zu kandidieren, und damit auch enge Weggefährten überrascht. Dem „Spiegel“ zufolge beriet sich Merkel aber schon während ihres Sommerurlaubs Ende Juli mit ihrer Vertrauten Annette Schavan darüber, zu welchem Zeitpunkt sie notfalls den CDU-Vorsitz aufgeben könnte.

          Nach Merkels Ankündigung meldeten umgehend mehrere CDU-Politiker ihre Kandidatur für den CDU-Vorsitz an, neben Merz auch CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn. Bundeskanzlerin will Merkel bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2021 bleiben.

          Merz war 2009 aufgrund von Meinungsverschiedenheiten aus der Politik ausgeschieden. Sieben Jahre zuvor hatte er den Unionsfraktionsvorsitz an Merkel abgeben müssen. Ihm wird bis heute eine angespannte Beziehung zur Bundeskanzlerin nachgesagt. Nun versicherte er jedoch, als CDU-Vorsitzender werde er mit Merkel auskommen.

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