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Neuauszählung in Wisconsin : Trump und die Stimmen

Donald Trump ärgert sich über die Neuauszählung der Stimmen. So sehr, dass es eigentlich wieder um seine charakterliche Eignung als Präsident geht.

          Amerika kommt nicht zur Ruhe. Es gibt wohl ein Nach-Wahl-Erregungssyndrom, gegen das der künftige Präsident bedauerlicherweise nicht immun ist; was man sich hätte denken können - der Mann ist, siehe Wahlkampf, leicht reizbar. Zum Beispiel von der Nachzählungsdiskussion. In einem Twitter-Sturm behauptet Trump, dass er nicht nur die Mehrheit im Wahlmännergremium gewonnen hat, sondern eigentlich auch die Mehrheit der Wählerstimmen.

          Bekanntlich hat Hillary Clinton zwei Millionen Wählerstimmen mehr als Trump, ist ihm aber bei den entscheidenden „Electoral votes“ deutlich unterlegen. Der behauptet nun, Millionen Nichtamerikaner hätten für seine Gegnerin gestimmt. Interessant! Beweise? Keine. Beweise legten auch einschlägig bekannte Urheber und Verbreiter der Behauptung nicht vor. Aber das braucht man heutzutage nicht. Es genügt, etwas in die Welt zu setzen, und die Unsinnverbreitungsmaschine legt los.

          Es ist bedenklich, dass Amerikas nächster Präsident sich nicht im Griff hat, was bei dem Ego gefährlich sein kann. Trumps charakterliche Eignung dürfte uns noch beschäftigen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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