https://www.faz.net/-gpf-998av

Britische Regierung : Nervengift im Fall Skripal war flüssig

  • Aktualisiert am

Zwei Polizisten bewachen am 7. März den Zugang zur Anschlagsstelle auf Sergej und Julia Skripal. Bild: AP

Die Wohnung von Sergej Skripal ist offenbar nur einer von mehreren Orten, an denen das Nervengift Nowitschok ausgebracht wurden. Das hat das britische Umweltministerium mitgeteilt.

          1 Min.

          Beim Anschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia ist eine winzige Menge des Nervengifts Nowitschok in flüssiger Form verwendet worden. Die höchste Konzentration wurde am Haus des Opfers entdeckt, wie das britische Umweltministerium am Dienstag im südenglischen Salisbury mitteilte.

          Außerdem seien acht weitere Areale mit Sicherheit oder vermutlich verunreinigt worden. 190 Experten des Militärs werden diese Flächen monatelang akribisch untersuchen und reinigen. Dazu gehören zum Beispiel ein Gebiet um eine Polizeistation und ein Pub, den Sergej  und Julia Skripal besucht hatten.

          Ein Friedhof ist dagegen wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Hier konnten keine Kontaminationen nachgewiesen werden. Auf dem Friedhof sind die Ehefrau und der Sohn von Sergej Skripal beerdigt. Sie war einem Krebsleiden erlegen, der Sohn soll auf einer Russland-Reise an einem plötzlichen Leberversagen gestorben sein.

          Skripal und seine Tochter waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in Salisbury gefunden worden. Die 33-Jährige, die eigentlich in Russland lebt und ihren Vater besucht hatte, wurde inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen und befindet sich an einem sicheren Ort. Ihr Vater wird weiter in der Klinik behandelt. Nach Angaben des Senders Sky News macht er gute Fortschritte bei seiner Genesung.

          London macht Moskau als Drahtzieher der Tat verantwortlich. Der Kreml weist dies strikt zurück. Das Attentat löste eine schwere Krise aus. Zahlreiche Diplomaten wurden gegenseitig ausgewiesen.

          Weitere Themen

          EU-Länder planen Sanktionen

          Verstöße gegen Libyen-Embargo : EU-Länder planen Sanktionen

          Im Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Bürgerkrieg. Deutschland, Frankreich und Italien wollen die anhaltenden Waffenlieferungen in das Land nun mit EU-Sanktionen eindämmen.

          Elf Tote bei einem Hochhausbrand Video-Seite öffnen

          Tschechien : Elf Tote bei einem Hochhausbrand

          Bei einem Hochhausbrand in Bohumin in Tschechien sind elf Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Menschen sprangen in Panik aus dem Fenster und starben. Das Feuer wurde offenbar durch Brandstiftung ausgelöst.

          Topmeldungen

          Seit fast zehn Jahren herrscht im Libyen Bürgerkrieg.

          Verstöße gegen Libyen-Embargo : EU-Länder planen Sanktionen

          Im Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Bürgerkrieg. Deutschland, Frankreich und Italien wollen die anhaltenden Waffenlieferungen in das Land nun mit EU-Sanktionen eindämmen.
          Am Tag der Präsidentschaftswahlen bewacht ein Soldat der Sonderpolizei einen Kontrollpunkt an einer Straße am Stadtrand von Minsk.

          Wahl in Belarus : Der Dauerherrscher greift durch

          Bei der Präsidentenwahl in Belarus soll Amtsinhaber Lukaschenka offiziellen Prognosen zufolge 80 Prozent der Stimmen erhalten haben. Inoffizielle Nachwahlbefragungen hat das Regime verboten. Am Abend nach der Wahl geht das Regime mit Härte gegen Demonstranten vor.

          Trump eskaliert gegen China : Umgang mit Schurken

          Der Umgang des amerikanischen Präsidenten mit der chinesischen Videoplattform Tiktok verärgert Peking schwer. Er muss aber auch alte Freunde verunsichern: Was hindert Trump eigentlich daran, Daimler oder VW die Geschäftstätigkeit in den Vereinigten Staaten zu untersagen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.