Nato : Erstmals Bündnisfall ausgerufen
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Erstmals in ihrer Geschichte hat die Nato am Dienstag wegen der Terroranschläge in den Vereinigten Staaten den Bündnisfall ausgerufen.
Erstmals in ihrer Geschichte hat die Nato am Dienstag wegen der Terroranschläge in den Vereinigten Staaten den Bündnisfall ausgerufen.
Um militärische Hilfe hat Washington aber bislang nicht gebeten. Das teilte Nato- Generalsekretär George Robertson in Brüssel mit.
Entscheidend: Angriff von außen
Zuvor hatten Vereinigten Staaten den Nato-Rat darüber unterrichtet, dass der in Afghanistan vermutete Terrorist Usama bin Ladin hinter den Terrorangriffen stecke.
Die Inkraftsetzung des Bündnisfalles hatte die Nato davon abhängig gemacht, dass der Terrorangriff von außerhalb der Vereinigten Staaten gesteuert wurde.
Robertson: „Zwingende Beweise“
„Es ist klar, dass alle Spuren zur (Terrororganisation) El Kaida und UOsama bin Ladin führen“, sagte Robertson nach einer Unterredung mit dem amerikanischen Gesandten Large Francis Taylor. Alle Verbündeten hätten festgestellt, dass die Anschläge im Ausland geplant worden seien. Damit sei der Verteidigungsfall nach Artikel 5 festgestellt.
Washington hätte den Alliierten „klare und zwingende“ Beweise vorgelegt, erklärte Robertson. Die Organisation El Kaida von Bin Ladin seien eindeutig für die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon verantwortlich.
Der stellvertretende amerikanische Verteidigungsminister Paul Wolfowitz hatte die übrigen 18 NATO-Verteidigungsminister in der vergangenen Woche bei einem informellen Treffen in Brüssel über die weiteren Pläne Washingtons informiert, Beweise für eine Verantwortung Bin Ladens damals aber nicht vorgelegt.
Robertson erklärte daraufhin, für die Anwendung des Artikels 5 sei es nicht notwendig, dass die Vereinigten Staaten Beweise über die Hintermänner vorlegten. Es genüge, dass die Regierung in Washington mitteile, dass die Anschläge aus dem Ausland
organisiert wurden.