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Nasa : Eine große Vision - gewagt und teuer

  • -Aktualisiert am

George W. Bush zieht es zu Mond und Mars.

          In den Reaktionen auf die für diesen Mittwoch erwartete Ankündigung von Präsident George W. Bush, amerikanische Astronauten würden in gut zehn Jahren auf den Mond zurückkehren und das Projekt einer Landung auf dem Mars verfolgen, wird auffällig oft an Bushs Vater erinnert. Auch dieser hatte - zu Beginn seiner eigenen Zeit im Weißen Haus 1989 - die Wiederaufnahme der bemannten Raumfahrt zum Mond und eine Expedition zum "roten Planeten" in Aussicht gestellt. Seinerzeit waren dafür Kosten in Höhe von 400 Milliarden Dollar veranschlagt worden, ohne daß die Vorhaben ernsthaft weiterverfolgt worden wären; statt dessen baute die Nasa ihre Flotte der wiederverwertbaren Raumgleiter zum Aussetzen von Satelliten und zum Bau der Internationalen Raumstation ISS aus.

          Und so wurde die angekündigte Vision von Bush dem Jüngeren in den Medien wie auch unter Abgeordneten und Senatoren, die mit der Raumfahrt sowie mit der Aufsicht über die dafür zuständige staatliche Behörde Nasa befaßt sind, überwiegend zurückhaltend aufgenommen. Auch daß Bush ausgerechnet am Beginn eines Wahljahres eine solche Idee präsentieren will - die ihm nicht nur zusätzliche Populärität beim Wahlvolk einbringen, sondern zugleich die Grundlage für ein großes Vermächtnis schaffen könnte -, hat manche Beobachter mißtrauisch gemacht.

          Die amerikanische Flagge hissen

          Finanziert werden soll der Bau neuer Raketensysteme und Raumfahrzeuge offenbar durch Einsparungen nach der schrittweisen Ausmusterung der "Space Shuttles". Deren Technologie gilt, ebenso wie die ISS, als überholt bis veraltet. Nach dem Verlust zweier Raumgleiter durch Unfälle, bei denen 14 Astronauten starben, ist die "Space Shuttle"-Flotte auf drei Raumgleiter reduziert. Deren Instandhaltung und Vorbereitung auf mögliche neue Flüge kosten jährlich etwa 3,5 Milliarden Dollar.

          Fachleute schätzen, der Aufbau einer bemannten Raumstation auf dem Mond und die Entwicklung eines Raumfahrzeugs für eine bemannte Expedition zum Mars werde bis zu einer Billion Dollar verschlingen - gestreckt freilich über mehrere Jahrzehnte. Nicht nur angesichts solch horrender Kosten haben Wissenschaftler Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Astronauten-Expeditionen zum Mars. Nach gegenwärtigem Stand der Technik würde eine solche Reise acht bis neun Monate dauern - für die Raumfahrer in einem engen Fahrzeug eine kaum erträgliche Strapaze.

          Bei der Ankunft auf dem Nachbarplaneten der Erde wäre das Raumfahrzeug zudem "so sauber wie ein Obdachlosenasyl, selbst wenn sie sich eine Menge Mühe beim Putzen geben", sagt der Planetarwissenschaftler Norman Sleep von der Stanford University. Die Erforschung des Planeten würde durch die mittelfristig unausweichliche Aussetzung von Mikroben von der Erde auf dem Mars behindert, meint Sleep. Als wichtigste Aufgabe der ersten Mars-Fahrer betrachtet es der Wissenschaftler, die computer- und robotergestützte Forschung möglichst wenig zu beeinträchtigen, die amerikanische Flagge zu hissen - und sich bald auf den strapaziösen Heimweg machen.

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