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Nairobi : Einsatz gegen Islamisten dauert an

  • Aktualisiert am

Sicherheitskräfte vor der Westgate Mall Bild: AP

Die Entwarnung kam womöglich zu früh. Das seit Tagen besetzte Einkaufszentrum in Nairobi sei wieder unter Kontrolle, verkündete das Innenministerium. Aber die Angreifer haben nach eigenen Angaben noch Geiseln in ihrer Gewalt.

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          Am vierten Tag der Belagerung eines Einkaufszentrums in der kenianischen Hauptstadt Nairobi haben die Islamisten der somalischen Al-Shabaab-Miliz nach eigenen Angaben noch immer Geiseln in ihrer Gewalt. „Die Geiseln, die in Westgate von unseren Mujaheddin gefangen gehalten werden, leben noch“, teilte die Gruppe am Morgen über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Sie sehen zwar beunruhigt aus, aber sie leben noch.“

          Damit widerspricht die Miliz einer Meldung des kenianischen Innenministeriums. Demnach hatten Spezialkräfte das Einkaufszentrum „Westgate Mall“ unter Kontrolle gebracht. „Wir glauben, dass alle Geiseln freigekommen sind“, teilte das Ministerium auf Twitter mit. Die Sicherheitskräfte gaben an, mehrere Geiseln seien gerettet und in ein Militärkrankenhaus gebracht worden. Sechs weitere Terroristen seien getötet worden. „Unsere Sicherheitskräfte durchkämmen alle Etagen, um zu sehen, ob jemand zurückgeblieben ist“, lautete eine weitere Twitternachricht des Innenministeriums.

          Es gebe noch Gefechte mit „ein oder zwei“ islamistischen Kämpfern, sagten mit dem Einsatz vertraute Sicherheitskräfte. Die Angreifer hielten sich in einem oberen Stockwerk des weitläufigen Gebäudekomplexes auf. Gleichwohl gaben Zeugen an, bei Sonnenaufgang seien neben Schüssen auch wieder Explosionen zu hören gewesen.

          Die Angreifer haben das Feuer offenbar gelegt, um die Polizei zu verwirren
          Die Angreifer haben das Feuer offenbar gelegt, um die Polizei zu verwirren : Bild: AP

          Am Montag hatte sich die Lage zugespitzt, als sich am Mittag mehrere Explosionen ereigneten und dichter schwarzer Rauch aus dem Gebäude aufstieg. Nach Angaben des Innenministeriums hatten die Angreifer das Feuer selbst gelegt, um die Einsatzkräfte zu verwirren.

          Kämpfer der somalischen Shabaab-Miliz hatten das Einkaufszentrum Westgate in Nairobi am Samstag gestürmt, auf Menschen geschossen und sich mit Geiseln in dem Komplex verschanzt. Die radikalislamische Miliz verlangt ein Ende des kenianischen Militäreinsatzes in Somalia. Nach Angaben des Roten Kreuzes wurden bei dem Angriff bis zum Montagnachmittag 62 Menschen getötet und bis zu 200 verletzt.

          An dem Anschlag sollen nach Angaben der kenianischen Regierung auch mehrere Amerikaner und eine Britin beteiligt gewesen sein. Unter den Terroristen seien „zwei oder drei“ junge Amerikaner im Alter von etwa 18 und 19 Jahren gewesen, sagte Außenministerin Amina Mohamed in einem Interview des amerikanischen Senders PBS. Sie seien somalischen oder arabischen Ursprungs. „Aber sie lebten in den Vereinigten Staaten, in Minnesota und an einem anderen Ort“, äußerte die Ministerin.

          Das kenianische Militär teilte mit, entgegen anderslautender Meldungen handele es sich bei allen Tätern um Männer. Jedoch hätten sich einige von ihnen als Frauen verkleidet, um die Polizei in die Irre zu führen. An der Geiselbefreiung waren offenbar neben der nationalen Eliteeinheit Recce auch Spezialkräfte aus Israel und den Vereinigten Staaten beteiligt.

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