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Nahost : Zwei Tote nach Bombenanschlag

  • Aktualisiert am

Der Nahe Osten befindet sich wieder im Krieg. Bild: dpa

Kriegsszenen in Nahost: Nachdem Israelis einen Fatah-Funktionär getötet hatten, explodierte gestern in Israel eine Bome und tötete zwei Menschen.

          In Nordisrael sind beim zweiten Bombenanschlag auf einen israelischen Bus in dieser Woche mindestens zwei Menschen getötet und 25 verletzt worden. Der Sprengsatz wurde am Mittwoch in der nordisraelischen Stadt Hadera im abendlichen Berufsverkehr gezündet. Ministerpräsident Ehud Barak verurteilte den neuerlichen Anschlag als Barbarei und machte letztendlich den palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat dafür verantwortlich.

          Zuvor hatten israelische Soldaten vier Palästinenser, darunter einen Kommandeur von Arafats Organisation El Fatah, erschossen. Die Eskalation der Gewalt schien damit unaufhaltsam die Stufe der Konfrontation zwischen palästinensischen Steinewerfern und meist Gummigeschosse abfeuernden Soldaten zu verlassen.

          Auge um Auge - Zahn um Zahn

          Barak drohte in einer Erklärung zu Hadera: „Der israelische Staat wird die Rechnungen mit den Tätern und jenen begleichen, die sie geschickt haben.“ Arafat habe in den vergangenen Wochen Dutzende Extremisten aus den Gefängnissen entlassen und seine Leute ermutigt, Israelis anzugreifen. Rauch stieg über den Geschäftsstraßen von Hadera auf. Ein Augenzeuge erklärte im israelischen Fernsehen, der Bus habe gerade den Busbahnhof verlassen und habe ein Auto passiert, als die Bombe explodierte. Läden fingen Feuer.

          Das israelische Fernsehen meldete zunächst, es seien vier Menschen getötet worden. Der Direktor des Hillel-Jaffe-Krankenhauses, Meir Oren, sagte, in sein Haus seien zwei Tote und vier Schwerverletzte gebracht worden. Die Zahl der Verletzten schätzte er auf insgesamt 25. Im Gazastreifen eröffneten Stunden zuvor israelische Soldaten nach Darstellung palästinensischer Polizisten ohne Vorwarnung das Feuer auf zwei Autos. Zwei Frauen würden noch vermisst. Ein israelischer Militärsprecher sagte hingegen, beim Versuch der Festnahme von Dschamal Abdek Rasek habe dessen Auto versucht, die Straßensperre nahe der jüdischen Siedlung Morag zu durchbrechen.

          „Barbarischer Mordanschlag“

          Bei den anderen Toten handle es sich um Mitglieder der mit der Fatah verbündeten Tansim-Miliz. Israel machte Abdek Rasek für zahlreiche Schießereien und Anschläge der vergangenen Wochen verantwortlich. Der palästinensische Sicherheitschef im Gazastreifen, Mohammed Dahlan, warf Israel vor, einen „barbarischen Mordanschlag“ verübt zu haben. Die jüngste Eskalation der Gewalt im Gazastreifen begann Anfang der Woche mit einem Bombenanschlag auf einen israelischen Schulbus.

          Dabei wurden zwei erwachsene Begleiter getötet. Die israelische Luftwaffe flog daraufhin Angriffe auf Ortschaften im Gazastreifen. Am Dienstag wurde dann ein 18-jähriger Bewohner einer jüdischen Siedlung erschossen. Mit Panzersperren wurde der Gazastreifen am Mittwoch faktisch in zwei Hälften geteilt. Kettenfahrzeuge und Schützenpanzer bezogen nach Angaben eines Militärsprechers Stellung und hinderten Palästinenser daran, vom Norden in den Süden des Gazastreifens zu gelangen.

          „Frieden bleibt das Ziel“

          In Kairo sagte Arafat, er wolle einen Frieden, der die Rechte seines Volkes schütze. Die israelischen Angriffe änderten nichts an dem grundsätzlichen Ziel der Palästinenser, eine dauerhafte Friedenslösung herbeizuführen. Den blutigen Unruhen im Westjordanland und im Gazastreifen fielen seit dem 28. September mehr als 240 Menschen zum Opfer, die meisten von ihnen Palästinenser.



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