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Nahost : Schwierige Flüchtlingsfrage

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Neben der Teilung Jerusalems ist der Verzicht auf das Rückkehrrecht für Palästinenserflüchtlinge nach Israel eine Schlüsselfrage für den Nahost-Frieden. Ein Überblick.

          Die Zahl der Palästinenserflüchtlinge hat sich nach Angaben der UN-Hilfsorganisation UNRWA (United Nations Relief and Works Agency) von ursprünglich 914.000 im Jahre 1950 auf mehr als 3,7 Millionen (Juni 2000) vervierfacht. Palästinenserpräsident Jassir Arafat begründet ihr „Recht auf Rückkehr“ nach Israel unter Berufung auf die UN-Resolution 194 (Dezember 1949). Flüchtlinge, die nicht nach Israel zurückkehren wollen, sollen finanziell entschädigt werden.

          Rund ein Drittel der Flüchtlinge lebt in 59 von der UNRWA betreuten Lagern in Jordanien, Libanon, Syrien und den Palästinensergebieten. Die übrigen haben Unterkünfte außerhalb der Lager, meist aber in ihrer unmittelbaren Umgebung. Eine unbestimmte Zahl von Palästinensern lebt inzwischen in Europa und Amerika.

          „Armselige Lager“

          Nach Angaben der UNRWA werden alle Palästinenser und deren Nachkommen als Flüchtlinge anerkannt, die zwischen 1946 und 1948 das heutige israelische Staatsgebiet als Flüchtlinge oder Vertriebene verließen. Vor allem die Flüchtlinge in den Lagern sind weitgehend von Hilfsleistungen der UN-Organisationen abhängig. Die Lebensbedingungen in den meisten Lagern stuft die UNRWA als „armselig“ ein. Sie führt zu Flüchtlingsorten diese Statistik:

          JORDANIEN: rund 1 570 000 Flüchtlinge, (davon 280 000 in zehn Lagern)

          LIBANON: rund 376 500 Flüchtlinge, (210 800 in 12 Lagern)

          SYRIEN: rund 383 200 Palästinenser,(111 800 in 10 Lagern)

          GAZASTREIFEN: 825 000 Flüchtlinge, etwa 80 Prozent der Gesamtbevölkerung. Rund 450 000 leben in acht Lagern

          WESTJORDANLAND: 583 000 Flüchtlinge, (157 000 in 19 Lagern)

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