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Nahost : Israel zieht Truppen aus Palästinensergebieten ab

  • Aktualisiert am

Rückzug aus Ramallah Bild: AP

Die israelische Armee hat sich aus den seit Wochen besetzten autonomen Palästinenserstädten Ramallah und Dschenin zurückgezogen.

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          Am Donnerstagmorgen, wenige Stunden vor der Ankunft des amerikanischen Nahostvermittlers Anthony Zinni, hat sich die israelische Armee aus den autonomen Palästinenserstädten Ramallah und Dschenin zurückgezogen.

          Drei Wochen nach einer Großoffensive im Westjordanland und im Gazastreifen hielt die Armee lediglich eine Stellung nahe dem Amtssitz von Palästinenserchef Jassir Arafat in Ramallah aufrecht. Arafat bezeichnete die Militäraktionen als „Versuch, (Anthony) Zinni noch vor seiner Ankunft zufrieden zu stellen.“

          Zinni trifft zuerst israelische Führung

          Ex-General Zinni traf am Donnerstagnachmittag in Israel ein, wo er sich sofort von den Chefs sämtlicher israelischer Geheimdienste über die Entwicklung in den Palästinensergebieten informieren ließ. Zinni wird an diesem Freitag zunächst mit der israelischen Führung zusammentreffen. Anschließend ist ein Gespräch mit Arafat in Ramallah geplant. Der amerikanische Gesandte, der vier Tage in der Region bleiben will, hat für kommenden Sonntag ein Treffen der israelischen und palästinensischen Sicherheitschefs unter seiner Vermittlung einberufen.

          Jagd auf Extremisten geht weiter

          Unterdessen geht die Suche nach Extremisten unverändert weiter. Am Donnerstag drangen Spezialeinheiten der israelischen Armee in die autonome palästinensische Stadt Hebron ein. Nach eigenen Angaben haben sie dort vier mutmaßliche Extremisten der radikalen Organisation Islamischer Dschihad festgenommen, die angeblich an Gewalttaten gegen Israel beteiligt waren.

          Die israelische Regierung hatte Palästinenserchef Arafat vorgeworfen, die von Israel gesuchten Extremisten und mutmaßlichen Terroristen bewusst nicht zu verhaften. Lediglich zehn der von Israel auf eine schwarze Liste gesetzten 33 Personen seien bisher verhaftet worden.

          Verhaften statt töten

          Inzwischen sei die Armee dazu übergegangen, die Gesuchten durch Sondereinheiten selbst zu verhaften anstatt sie zu liquidieren. Diese auch als „gezielte Tötungen“ bezeichnete Exekution politischer Gegner war international auf scharfe Kritik gestoßen.

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