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Nahost-Gespräche : Netanjahu: Abbas ist mein Friedenspartner

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Bei den ersten direkten Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern seit 20 Monaten haben Netanjahu und Abbas ihre Bereitschaft zu einem „historischen Kompromiss“ bekräftigt. Ab Mitte September soll es weitere Treffen im Zwei-Wochen-Rhythmus geben.

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          Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wollen ihre Verhandlungen über eine Friedenslösung am 14. September - vermutlich im ägyptischen Scharm el Scheich -fortsetzen und auch danach alle 14 Tage zusammenkommen. Das vereinbarten sie zum Abschluss ihres Treffens am Donnerstag in Washington, den ersten direkten Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern nach zwei Jahren. Beide bekräftigten ihren Willen, innerhalb eines Jahres eine Friedenslösung zu erreichen.

          Kurz nach Beginn der Nahost-Friedensgespräche in Washington hatten in Israel Berichte über einen angeblichen neuen Anschlag militanter Palästinenser für neue Beunruhigung gesorgt. Eine israelische Armeesprecherin sagte jedoch am späten Donnerstagabend, es habe eindeutig keine neue Attacke gegeben. Ein Israeli im Westjordanland habe fälschlich über Schüsse berichtet, die er nahe der Siedlung Ofra gehört habe. Soldaten hätten bei Untersuchungen vor Ort aber keine Hinweise auf eine Gewalttat gefunden.

          Ziel einer „Zwei-Staaten-Lösung“

          Der amerikanische Nahostvermittler George Mitchell sprach nach Abschluss der ersten Verhandlungsrunde von einer sehr konstruktiven und positiven Stimmung. Allerdings gebe es weiterhin sehr ernste Differenzen zwischen den Konfliktparteien.

          Wie Mitchell weiter berichtete, betonten Netanjahu und Abbas das Ziel einer „Zwei-Staaten-Lösung“: Ein stabiler Palästinenserstaat solle neben einem in Sicherheit lebenden Israel existieren. Innerhalb eines Jahres sollten alle Kernfragen gelöst werden, sagte Mitchell. Bereits zuvor wollten die Konfliktparteien ein Rahmenabkommen vorlegen.

          Obama: Historische Chance für einen Frieden

          Vor Beginn der direkten Gespräche hatte der amerikanische Präsident Barack Obama eindringlich appelliert, Israelis und Palästinenser müssten die historische Chance für einen Frieden ergreifen, bildete am Donnerstag in Washington den Auftakt für die Wiederaufnahme der seit 20 Monaten unterbrochenen direkten Friedensverhandlungen zwischen Jerusalem und Ramallah. „Diese Gelegenheit wird vielleicht nicht so schnell wiederkommen“, sagte Obama in der Nacht zum Donnerstag nach Einzelgesprächen mit Netanjahu und Abbas im Weißen Haus.

          Am Abend hatten auch der ägyptische Präsident Husni Mubarak, der jordanische König Abdullah sowie der Sondergesandte des Nahost-Quartetts, Tony Blair, an einem Arbeitsessen teilgenommen. Anschließend traten Obama und seine vier Gäste vor die Presse.

          Als Ziel der Friedensgespräche bekräftigte Obama die Zwei-Staaten-Lösung. Am Ende der Verhandlungen müsse es eine Einigung auf einen „unabhängigen, demokratischen und lebensfähigen Palästinenserstaat“ geben, „der sich in Frieden und Sicherheit Seite an Seite mit einem jüdischen Staat Israel und seinen anderen Nachbarn“ entwickeln könne. Für Netanjahu und Abbas sei es an der Zeit, „mit Mut und Weitsicht ihren Völkern den Frieden zu bringen, den sie verdient haben“.

          Netanjahu und Abbas bekräftigten trotz der jüngsten Anschläge der palästinensischen Terrororganisation Hamas im israelisch besetzten Westjordanland ihre Bereitschaft zu einem „historischen Kompromiss“.

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