https://www.faz.net/-gpf-7l30h

Nahles-Nachfolgerin : Yasmin Fahimi soll SPD-Generalsekretärin werden

  • -Aktualisiert am

Die neue SPD-Generalsekretärin: Yasmin Fahimi Bild: Picture Alliance

Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel will die Gewerkschaftssekretärin Yasmin Fahimi dem Parteivorstand als Nachfolgerin von Andrea Nahles vorschlagen. Neuer Schatzmeister soll der Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan werden.

          2 Min.

          Neue Generalsekretärin der SPD soll Yasmin Fahimi werden. Der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel schlug am Dienstagabend dem Parteivorstand in einer Telefonkonferenz die 46 Jahre alte Gewerkschaftssekretärin als Nachfolgerin von Andrea Nahles vor. Schatzmeister soll der westfälische Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan werden. Er folgt Barbara Hendricks vom Niederrhein, der neuen Bundesumweltministerin. Beide Vorschläge stießen auf Wohlwollen; ein formaler Vorstandsbeschluss soll am 20. Januar fallen, bevor ein Sonderparteitag am 26. Januar die beiden wählen soll.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Die in Hannover geborene Fahimi, Tochter eines Iraners und einer Deutschen, ist bislang einer breiteren Parteiöffentlichkeit nicht bekannt. Sie leitet zurzeit das Ressort „Politische Planung“ beim Hauptvorstand der IG Bergbau, Chemie, Energie. Die Diplomchemikerin sitzt zudem im Vorstand des „Denkwerks Demokratie“, eines 2011 gegründeten Thinktanks, dem Vertreter von SPD, Grünen, Gewerkschaften und Umweltverbänden angehören. Nahles, die erst auf dem Bundesparteitag in Leipzig im vergangenen November als Generalsekretärin bestätigt worden war, wurde Mitte Dezember als Bundesministerin für Arbeit und Soziales ins Kabinett berufen.

          Da die Parteiführung sich während der Regierungsbildung festgelegt hatte, den Posten des Generalsekretärs abermals mit einer Frau zu besetzen, weil die „Alltagsgesichter“ der SPD insgesamt zu männlich seien, wie es hieß, kam Gabriels Vertrauter Ralf Stegner nicht zum Zug. Der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende soll nun auf dem Parteitag in Berlin zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt werden.

          Dietmar Nietan

          Gabriel wies in der Telefonkonferenz darauf hin, dass nun leider Partei- und Fraktionsvorsitz sowie der Posten des Generalsekretärs in niedersächsischen Händen lägen. Qualifikation gehe aber vor. Der Generalsekretärin kommt in Regierungszeiten eine bedeutende Rolle zu, da Gabriel sich als Wirtschafts- und Energieminister nicht mehr mit gleicher Intensität um das Willy-Brandt-Haus kümmern kann. Als Konsequenz aus der Erfahrung der großen Koalition von 2005 bis 2009 ist das Bestreben groß, das Profil der Partei als unabhängige Kraft gegenüber Kabinett und Fraktion zu schärfen.

          Nietan, 1964 geboren, ist früher Mitarbeiter von Martin Schulz im Europaparlament gewesen, der selbst wiederum eng mit Gabriel befreundet ist. Der künftige Schatzmeister ist indes auch ein Vertrauter Hannelore Krafts, der nordrhein-westfälischen Landesvorsitzenden. Seit 1998 sitzt er im Bundestag. Im mitgliederstärksten Landesverband hatte es zuvor Stimmen gegeben, die Genossen von Rhein und Ruhr seien an der Spree nicht ausreichend repräsentiert.

          Weitere Themen

          EU will bis 2050 Klimaneutralität erreichen

          Europas „Green Deal“ : EU will bis 2050 Klimaneutralität erreichen

          Am Mittwoch will die EU ihren „Green Deal“ vorstellen, nach dem Europa bis 2050 klimaneutral werden soll. Voraussetzung ist der Kohleausstieg aller Länder. Für die vom Strukturwandel besonders betroffenen Regionen soll es Übergangshilfen geben.

          Topmeldungen

          Ist die Welt noch zu retten? Eine Frau bei einer Demo in Lissabon.

          Raus aus der Klimakrise : „Moralappelle bringen nichts“

          Der Kölner Spieltheoretiker und Verhaltensökonom Axel Ockenfels erklärt im Interview, wo der Knackpunkt im Klimakonflikt liegt – und auf welcher Grundlage das Problem von der Weltgemeinschaft gelöst werden könnte.

          Muhammad Bin Salmans Pläne : Der Ölprinz mit der Billion

          Er ist jung und braucht das Geld: Der saudische Kronprinz Muhammad Bin Salman bringt den weltgrößten Ölkonzern Saudi Aramco an die Börse. Damit will er nicht nur das Land reformieren, sondern auch die eigene Macht sichern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.