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Naher Osten : Israel in erhöhter Alarmbereitschaft

  • Aktualisiert am

Ein Soldat wird beerdigt Bild: REUTERS

Nach Drohungen der Hizbullah hat Israel Raketenabwehrsysteme in zentrale Teile des Landes verlegt. Die Luftwaffe setzte die Bombardierung libanesischer Ziele fort. Angeblich plant die amerikanische Außenministerin Rice eine weitere Nahost-Reise.

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          Nachdem die radikal-islamischen Hizbullah-Miliz Israel mit einer Ausweitung von Raketenangriffen gedroht hat, ist die Armee in erhöhter Alarmbereitschaft. Das israelische Armeeradio berichtete am Freitag, es seien Raketenabwehrsysteme vom Typ Patriot and Arrow in zentrale Gebiete Israels verlegt worden.

          Der seit Beginn der Kämpfe untergetauchte Hizbullah-Führer Hassan Nasrallah hatte mit Angriffen auf israelische Ziele südlich von Haifa gedroht. Haifa wird seit der Eskalation des Konflikts von der Miliz der pro-iranischen Schiiten-Bewegung täglich mit Raketen angegriffen.

          Weitere Angriffe im Libanon

          Unterdessen hat die israelische Luftwaffe ihre Angriffe auf Ziele im Libanon auch am Freitag fortgesetzt. Binnen 24 Stunden wurden etwa 130 Ziele getroffen, darunter ein Stützpunkt der Hizbullah im Bekaa-Tal, wie die Streitkräfte mitteilten. Nach libanesischen Angaben wurden bei der Bombardierung eines Wohnhauses in Nabatijeh am Morgen mindestens ein Mensch getötet und vier Menschen verletzt. In dem dreistöckigen Gebäude soll die Baufirma eines mutmaßlichen Hizbullah-Aktivisten ihren Sitz gehabt haben. In einem benachbarten Haus kam ein Jordanier ums Leben, vier Kinder eines libanesischen Journalisten wurden verletzt.

          Zuvor hatten Kampfflugzeuge ein vierstöckiges Haus in der Nähe eines Marktes von Nabatijeh vollständig zerstört, wobei anscheinend niemand verletzt wurde. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Beirut sind den Kämpfen seit dem 12. Juli womöglich bereits 600 Zivilisten zum Opfer gefallen. Die offizielle Zahl registrierter ziviler Opfer im Libanon lag bis Donnerstag abend bei 382. Auf israelischer Seite sollen 33 Soldaten und 19 Zivilisten umgekommen sein.

          Rice nochmals nach Israel?

          Israelische Medien berichteten am Freitag, die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice werde Samstag abend abermals nach Israel reisen, um sich um eine Beilegung des Konflikts zu bemühen. Die Regierung bestätigte die Reise zunächst nicht. Nach zähem Ringen hatte sich der UN-Sicherheitsrat Donnerstag abend in New York auf eine Erklärung geeinigt, die Trauer und Bestürzung über den israelischen Angriff auf einen Posten von UN-Militärbeobachtern mit vier Toten zum Ausdruck bringt. (Siehe auch: Sicherheitsrat verabschiedet Erklärung zu Israel)

          Unterdessen zogen sich die israelischen Streitkräfte nach einem Vorstoß mit Panzern in den nördlichen Gazastreifen wieder zurück, die Luftangriffe gingen jedoch weiter. Bei der zweitägigen Bodenoffensive wurden 29 Palästinenser getötet. Bei einem Luftangriff auf eine Metallwerkstatt in Chan Junis wurden Freitag morgen nach Angaben palästinensischer Sanitäter neun Menschen verletzt, darunter zwei Kinder.

          Israel geht nach Informationen aus Armeekreisen davon aus, daß während der nunmehr 17 Tage dauernden Offensive gegen die Hizbullah mindestens 200 Kämpfer der Miliz getötet wurden. Die schwersten Verluste habe die Hizbullah im Südlibanon bei Kämpfen um die Ortschaften Marun al Ras und Bint Jbeil hinnehmen müssen, hieß es am Freitag.

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